Drahtloses Internet hält Einzug ins Kaffeehaus

11. Jänner 2002, 15:17
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Wiener Start-Up Metronet startet in Wien erstes kommerzielles Wireless LAN-Netzwerk Europas

Wien - Die traditionsreichen Wiener Kaffeehäuser öffnen sich neuen Technologien. Ab sofort werden in Wien zunächst rund 25 Kaffeehäuser, darunter namhafte Häuser wie das Cafe Central, das Cafe Landtmann oder das Cafe Hummel, ihren Kunden den drahtlosen Zugang zum Internet ermöglichen. Damit können Gäste mit ihrem Notebook oder Minicomputer (PDA) ohne Kabelanschluss ins Internet. Errichtet wurde der neue Dienst, der auf der so genannten "Wireless LAN" (WLAN)-Technologie basiert, vom Wiener Start-Up-Unternehmen Metronet. Metronet betreibt damit nach eigenen Angaben das erste kommerzielle öffentliche WLAN-Netzwerk Europas.

Bis Ende Jänner gratis

Der Benutzer benötigt für die Einstieg ins Netz eine Wireless-LAN-Karte (140 Euro) und muss Kunde bei Metronet sein. Bis Ende Jänner ist das Angebot vorerst gratis. Später zahlt der Kunde für die Benutzung entweder pauschal im Vorhinein 19,98 Euro (274,93 S) für 60 Minuten oder er entscheidet sich für eine volumsmäßige Abrechnung. In diesem Fall berechnet Metronet je nach Tarifmodell eine monatliche Grundgebühr von 19,98 Euro oder 34,80 Euro und für jedes Megabyte Datenvolumen 0,60 Euro bzw. 0,30 Euro.

Metronet plant dafür sein Angebot bis Ende des Frühjahrs noch deutlich zu erweitern. Bis Ende des Frühjahr sollen in rund hundert Cafes, Restaurants, Hotels und Bars oder andere öffentliche Plätze - etwa Flughäfen und Bahnhofshallen - WLAN-Anschlüsse installiert werden, sagte Geschäftsführer Mike McGinn am Freitag vor Journalisten.

Deutlich schneller

Die Datenübertragung erfolgt bei Wireless LAN deutlich schneller als übers Handy - konkret mit 11 Megabit pro Sekunde. Das sei etwa 60 mal schneller als GPRS und 30 mal schneller als die künftige Nachfolgetechnologie UMTS. Im Laufe des Jahres soll die Geschwindigkeit von WLAN noch auf bis zu 54 Megabit erhöht werden. Zudem stünden die notwendigen Geräte schon jetzt zur Verfügung - im Gegensatz zu UMTS, wo die entsprechenden Endgeräte erst in zwei bis drei Jahren erwartet würden, betonte McGinn.

"Mehrere tausend Kunden"

In den ersten Monaten rechnet das Unternehmen trotz der relativ hohen Zugangsgebühren mit "mehreren tausend Kunden". Umsatz und Ergebnisziele will Firmenchef McGinn aber erst nennen, wenn klar ist, wie das neue Produkt bei den Leuten ankommt. Weltweit erwartet das Marktforschungsunternehmen Dataquest, dass bis 2006 rund 30 Prozent aller Notebookbesitzer WLAN nützen werden. Das wären weltweit etwa 19 Millionen mobile Benutzer.

Metronet wurde von McGinn und Poltnigg im März des Vorjahre gegründet. Die beiden halten gemeinsam 69 Prozent am Unternehmen, der Rest liegt in Händen von Privatinvestoren, große Finanzinvestoren stehen nicht hinter dem Projekt. Derzeit beschäftigt Metronet zehn Mitarbeiter. (APA)

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