Krach in der Möbelbranche

11. Jänner 2002, 16:07
posten

Industrie droht Leiner/Kika mit Klage - Marktführer will rückwirkend zwei Prozent des Einkaufsumsatzes

Wien - In der Möbelbranche droht ein handfester Krach. Der heimische Marktführer im Möbelhandel, die Leiner/kika-Gruppe, hat in den vergangenen Tagen seine österreichischen und deutschen Lieferanten in einem Brief die rückwirkende Einbehaltung von 2 Prozent des Einkaufsumsatzes des Jahres 2001 als Ersatz für Investitionen und Kosten der Euro-Umstellung angekündigt. Der Fachverband der Holzindustrie Österreichs als gesetzliche Interessenvertretung der Möbelindustrie droht nun mit Klage, sollte diese Forderung nicht zurückgenommen werden, hieß es am Freitag in einer Aussendung.

Missbrauch marktbeherrschender Stellung

Der Fachverband wolle prüfen, ob dies den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung (§ 35 KartG 1988, Art 82 EG-Vertrag) sowie einen Verstoß gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (§ 1 UWG) darstellt. Man hoffe allerdings, dass Leiner-Geschäftsführer Hermann Mayrhofer sein Zusage, die Maßnahme in den angekündigten Einzelgesprächen mit den betroffenen Lieferanten nicht durchzusetzen, wahr machen werde.

Einige Lieferanten haben laut einem Bericht des "Wirtschaftsblatts" (Freitagausgabe) bereits angekündigt nicht zahlen zu wollen. Sollte Leiner/Kika die 2 Prozent tatsächlich mit offenen Forderungen der Lieferanten saldieren, wollen sie die Summe auch einklagen. Mit 9. Jänner ist der österreichische Möbelriese zudem aus dem deutschen Einkaufsverband Atlas ausgeschieden. (APA)

LINKS

Leiner

Kika
Share if you care.