Russisches Schiedsgericht billigt Auflösung von Privatsender TV-6

11. Jänner 2002, 15:10
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Staatsnaher Lukoil-Konzern erzwang Entscheidung gegen Beresowski-Sender

Die russische Justiz hat in der Auseinandersetzung mit staatsunabhängigen Medien auch der Auflösung des privaten Fernsehsenders TV-6 zugestimmt. Der Fernsehsender, der mehrheitlich dem aus Russland geflohenen Medienmagnaten Boris Beresowski gehört, dürfe wegen Verschuldung des Mutterkonzerns MNWK aufgelöst werden, entschied das oberste Schiedsgericht am Freitag in Moskau. Die Mediengesellschaft MNWK kündigte an, in Berufung zu gehen.

Das staatsnahe Erdöl-Unternehmen Lukoil hatte als Medieninvestor die zuvor von untergeordneten Gerichten aufgehobene Entscheidung erzwungen. Im Vorjahr hatte der staatlich gelenkte Gaskonzern Gasprom die Auflösung des regierungskritischen Medienkonzerns Media-Most und eine redaktionelle Umbesetzung des bis dahin regierungskritischen Senders NTW erreicht (etat.at berichtete). Daraufhin waren zahlreiche populäre Journalisten zu TV-6 gewechselt. Kritiker werfen der Staatsmacht vor, mit Hilfe der politisch gelenkten Justiz gegen unbequeme Medien vorzugehen. (APA/dpa)

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