Das Phänomen H- und A-Aktien: Eigenart chinesischer Titel

11. Jänner 2002, 14:48
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Diese tendieren außerhalb des Kernlandes zu anderem Kurs

Schanghai - Das Börsendebüt von Jiangxi Copper an der Börse Schanghai am Freitag hat eine besondere Eigenart chinesischer Aktien deutlich werden lassen. Chinesische Titel, die in der Volksrepublik China gelistet sind, tendieren an Börsenplätzen außerhalb des Kernlandes zu einem deutlich anderen Kurs. Die so genannten A-Aktien der größten chinesischen Kupfergesellschaft, die neben Schanghai ebenso als H-Aktien in Hongkong gelistet sind, eröffneten in Schanghai bei 4,50 CNY (0,609 Euro/8,38 S).

In Hongkong lautete der Schlusskurs am Donnerstag dagegen 1,05 HKD (0,151 Euro/2,08 S), das sind 1,11 CNY. Somit werden sie dort zu einem Schnäppchenpreis gehandelt.

Ähnlich verhält es sich bei den Papieren von China Eastern Airlines, Tsingtao Brewery und Shenzen Expressway, deren Titel in Schanghai ebenfalls teurer als in Hongkong sind. In der jüngsten Vergangenheit tendierten die H-Aktien chinesischer Unternehmen zwischen 70 und 80 Prozent billiger als die A-Aktien. Die unterschiedlichen Kurse sind die Folge der chinesischen Kapitalkontroll-Politik. Demnach ist es Ausländern nicht erlaubt, in Yuan denominierte A-Aktien zu kaufen, während Chinesen keine ausländischen Papiere erwerben dürfen. Diese Politik führt dazu, dass Chinesen angesichts ihrer geringen Investitionschancen heimische Titel erwerben. Entsprechend werden diese Titel teurer als diejenigen anderer Länder gehandelt. (APA)

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