Haupt freut sich über Rekordbeschäftigung bei Frauen

11. Jänner 2002, 14:19
1 Posting

Prammer: "Branche, Einkommen und Beschäftigungsverhältnis von Bedeutung"

Wien - "Die Frauenbeschäftigung 2001 ist im Jahresdurchschnitt gegenüber 2000 um rund 25.000 Beschäftigte gestiegen. Die Zunahme gegenüber 1999, dem letzten Jahr der Regierung Klima, sogar um rund 50.000 Beschäftigte", betonte Sozialminister Herbert Haupt in einer Presseaussendung am Freitag. "Mit diesen Zahlen kann ich dokumentieren, dass die jetzige Bundesregierung aus FPÖ und ÖVP für die Beschäftigung von Frauen hervorragende Voraussetzungen geschaffen hat".

Diese höchst bemerkenswerte Entwicklung stehe in grobem Gegensatz zu den Behauptungen der Opposition, die Regierung im Allgemeinen und er als Frauenminister im Besonderen würden eine "Frauen zurück an den Herd-Politik" betreiben, betonte der Sozialminister.

Haupt bekräftigte, dass es immer sein Anliegen gewesen sei, der Beschäftigung von Frauen ein besonderes Augenmerk zu schenken. Nun gelte es, diesen Trend, trotz der derzeitigen Arbeitsmartklage, nicht abreißen zu lassen.

Prammer: "Nicht wegen, sondern trotz"

"Von einer Schaffung hervorragender oder auch nur akzeptabler Voraussetzungen zur Frauenbeschäftigung kann überhaupt keine Rede sein", erwiderte SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer auf diese Aussagen. "Die Frauen sind trotz, und nicht wegen der von der Regierung gesetzten Maßnahmen berufstätig", fuhr Prammer fort.

Qualität der Beschäftigung

Von entscheidender Bedeutung zur Beurteilung der vom Sozialminister propagierten Daten sei die Qualität der Beschäftigung. "Ein Teilzeitjob kann nicht mit einer Vollerwerbstätigkeit verglichen werden. Auch stellt sich die Frage, welches Einkommen die Frauen haben und in welcher Branche sie tätig sind", präzisierte Prammer. All das gehe aber in keinster Weise aus den Aussagen Haupts hervor.

"Was Frauen wirklich brauchen sind rechtlich abgesicherte Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse. Das ist die Voraussetzung zur Eigenständigkeit der Frauen. Aber dazu fehlen die Rahmenbedingungen", erklärte Prammer. Die SPÖ-Frauenvorsitzende forderte daher die Weiterführung der Kindergartenmilliarde, bessere Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Frauen, eine bessere sozialrechtliche Absicherung während der Karenzierung und eine Frauenministerin in der Regierung, "damit die Anliegen der Frauen durch eine eigene Repräsentanz wieder mehr Gewicht erhalten", so Prammer abschließend. (red)

Share if you care.