Schub für "Plastikgeld"

11. Jänner 2002, 15:11
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Nach Euro-Einführung werden Zuwächse von bis zu 30 Prozent beim bargeldlosen Zahlen erwartet

Wien - Der Euro wird dem seit Jahren boomenden bargeldlosen Zahlen mit Kreditkarte und Bankomat/Maestro-Karte zu einem weiteren Wachstumsschub verhelfen. Auch das endgültige "Aus" für den garantierten Eurocheque per Jahresanfang dürfte das "Plastikgeld" noch beliebter machen. In den ersten Jännertagen 2002 wurden beispielsweise Visa-Kreditkarten um 20 bis 25 mal öfter eingesetzt als im Vorjahr. Die Europay Austria, die die Mastercard in Österreich vertreibt, erwartet nach Zuwächsen von bisher rund 30 Prozent für das Gesamtjahr einen Anstieg um mehr als 20 Prozent.

Zwei Millionen Kreditkarten

Umsätze, ausgegebene Karten, Zahl der Vertragspartner und Bankomat/Point-of-Sale (POS)-Kassen wiesen auch im vergangenen Jahr wieder enorme Zuwachsraten auf. Fast 2 Millionen Kreditkarten waren per Ende des Vorjahres bei den Österreichern in Umlauf. Mastercard hat rund 958.000 Karten (plus 10 Prozent) ausgegeben, Visa rund 860.000 (plus 6 Prozent) und die AirPlus Travel Card, die u.a. Diners Club Karten vertreibt, rund 157.000. Zahlen kann man mit der Mastercard bei rund 74.200 Stellen (plus 32 Prozent), Visa wird an rund 75.300 Stellen (plus 37 Prozent) angenommen. AirPlus gibt die Zahl der Vertragspartner mit 57.000 an.

10,8 Milliarden Euro Umsatz

Insgesamt umgesetzt wurden im Vorjahr mit Kreditkarten, Bankomat/Maestro-Karten an den Bankomatkassen rund 10,8 Mrd. Euro, das ist ein Anstieg um ein Drittel. Europay-Geschäftsführer Ewald Judt erwartet heuer einen Anstieg auf mehr als 12 Mrd. Euro. 1987 als die Bankomatkarten in Österreich eingeführt wurden, waren es gerade 100 Mill. S (7,27 Mill. Euro), zehn Jahre später bereits 38,1 Mrd. S (2,77 Mrd. Euro).

Zuwächse bei Bankomatkassen

Erleichtert wird das Zücken der Karte beim Zahlen auch durch die Zuwächse bei den Bankomatkassen, für die es 2001 für Handel und Gastronomie auch diverse Förderaktionen gab. Die Zahl der Bankomatkassen stieg im Vorjahr um 44,6 Prozent auf 58.000 Stück. Heuer sollten es 75.000 werden, erwartet Judt.

Bei der elektronischen Geldbörse "Quick", die für kleinere Geldbeträge und quasi als "Münzersatz" vorgesehen ist, erhöhte sich das Zahlungsvolumen im Vorjahr auf 0,029 Mrd. Euro (plus 88 Prozent), aufgeladen wurden 0,034 Mrd. Euro. Durchschnittlich gezahlt wurden rund 5,7 Euro. In den ersten Jännertagen 2002 stieg die Zahl der Quick-Transaktionen um 340 Prozent. Eine "optimistische" Erwartung für das Gesamtjahr sei eine Verdoppelung der Transaktionen gegenüber dem Vorjahr, als die elektronische Geldbörse rund 5 Millionen Mal zum Einsatz kam, so Judt. (APA)

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