Rund 20.000 Pinguine vom Hungertod bedroht

11. Jänner 2002, 13:30
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Manche Populationen in der Antarktis sind von lebensnotwendigen Nahrungsquellen so gut wie abgeschnitten

Wellington - Etwa 20.000 Jung-Pinguine sind in der Antarktis vom Hungertod bedroht. Riesige Eisberge und Eismassen hindern die ausgewachsenen Pinguine daran, zu ihren Jungtieren zu gelangen, wie die neuseeländische Antarktis-Forschungsbehörde am Freitag mitteilte (derStandard.at berichtete bereits). Eine Population von Kaiserpinguinen und drei Kolonien von Adeliepinguinen sind von ihren lebensnotwendigen Nahrungsquellen so gut wie abgeschnitten.

Die Pinguine kommen gewöhnlich zum Brüten an Land und verlassen dann abwechselnd das Nest, um Krill und Fische für ihre Jungen zu fangen. Durch die zunehmende Entfernung vom Meer sterben die ausgewachsenen Tiere an Erschöpfung, während sie versuchen, zwischen ihren Nestern und den Nahrungsquellen hin- und herzuwandern. "Sie müssen 20 bis 30 Kilometer überwinden und dabei gehen ihnen Nahrung und Energie aus", sagte der Wissenschafter Dean Patterson. Die kleinen Pinguine verhungern.

Den Forschern zufolge wird sich der Bestand einiger Pinguinkolonien im Rossmeer südlich von Neuseeland um bis zu 30 Prozent reduzieren. Überleben normalerweise zehn Prozent der Jungen, so könnte die Überlebensquote in diesem Jahr bei nur zwei bis fünf Prozent liegen. Eine kleine Kolonie von Kaiserpinguinen habe sogar aufgegeben, ihre Jungen aufzuziehen. (APA/AP)

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    foto: photodisc
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