Verkehrsbüro auf Expansionskurs

11. Jänner 2002, 14:51
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ÖVB-Vorstand: Fünf-Säulen-Modell hat sich aber als krisensicher erwiesen

Kitzbühel - Das österreichische Verkehrsbüro (ÖVB), neben der Gulet/TUI-Gruppe der größte Tourismuskonzern Österreichs, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 trotz schwieriger Rahmenbedingungen - Terrorfolgen und Konjunkturflaute - in der AG wieder ein Rekordergebnis erzielt. "2001 war ein turbulentes Jahr, nicht erst seit dem 11. September. Unser Fünf-Säulen-Modell hat sich aber als krisensicher erwiesen", bemerkte ÖVB-Vorstandsvorsitzender Rudolf Tucek heute, Freitag, vor Journalisten auf einer Pressefahrt nach Kitzbühel. Auch 2002 will das ÖVB trotz des schwierigen Konjunkturumfelds in allen Geschäftsbereichen weiter wachsen und erneut Umsatz- und Ergebnissteigerungen erzielen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) der Verkehrsbüro-AG stieg 2001 vorläufigen Berechnungen zufolge von 13,5 Mill. Euro (185,8 Mill. S) um 14 Prozent auf 15,4 Mill. Euro, berichtete Tucek. Der Umsatz erhöhte sich von 354,3 Mill. Euro auf 386,2 Mill. Euro, der Jahresgewinn wuchs von 8,8 Mill. Euro auf 14,5 Mill. Euro. "Im laufenden Jahr 2002 erwarten wir ein EGT von 17,2 Mill. Euro und einen Umsatz von 404,5 Mill. Euro", so Tucek.

Wachstumschancen für Touristik

Im Bereich Touristik liege das Verkehrsbüro mit 5,9 Mill. Euro zwar leicht unter dem Rekordergebnis des Jahres 2000, 2002 sehe man jedoch wieder Wachstumschancen, stellte Tucek fest. Die geringen Einbußen bei einzelnen Destinationen nach den Terroranschlägen vom 11. September habe das Verkehrsbüro aber durch verstärkte Österreich-Urlaube wieder wettgemacht. Die Nachfrage nach Fernreisen sei zwar gesunken, der Grund dafür sei aber weniger der 11. September als vielmehr die Rücknahme der Airlines-Kapazitäten auf vielen Strecken, betonte ÖVB-Vorstand Norbert Draskovits. Auf Grund der erhöhten Sicherheitsgebühren der Airlines würden die Preise für Urlaubsreisen heuer um rund 4 Prozent steigen.

Expansionspläne hat das Verkehrsbüro, das als größter österreichische Hotelbetreiber im Inland 27 Austria Trend Hotels und im Ausland 10 Hotels unter der Marke Vienna International betreibt, im Bereich Hotellerie, wo 2001 das EGT von 5,2 Mill. Euro auf 5,5 Mill. Euro stieg. "Im Jänner übernehmen wir das Vier-Stern-Hotel Messmer in Bregenz mit 170 Betten, in Prag sollen im Juni und September zwei weitere neu gebaute Hotelbetriebe in Betrieb genommen werden", kündigte Tucek an. Die Nächtigungen in den Austria Trend Hotels sollen heuer von 1,5 auf 1,6 Millionen (inklusive des per Jahresbeginn 2002 übernommenen City Clubs Vienna in Vösendorf) steigen.

Neuartiges Destinationsmanagement-Konzept

Ein neuartiges Destinationsmanagement-Konzept verfolgt das Verkehrsbüro bei zwei Projekten in Salzburg und auf der kroatischen Insel Mali Losinj, wo das ÖVB als Betreiber verschiedener touristischer Betriebe im Bereich Hotellerie, Gastronomie und Event auftritt. Derzeit werde noch an der Finanzierungsstruktur gearbeitet, berichtete Tucek. In Kroatien sollen in einer ersten Phase 33 Mill. Euro und später nochmals 22 Mill. Euro investiert werden, in Salzburg liegt das Volumen bei 36 Mill. Euro. Das 4.000-Betten-Projekt in Kroatien könnte bereits 2003 in Betrieb genommen werden, Salzburg könnte 2004 realisiert werden, so Tucek.

Im Incoming-Bereich (inklusive der Tiroler Tochter Eurotours) stagnierte das Ergebnis 2001 bei 3,3 Mill. Euro, zumal im Jahr 2000 mit den Spielen in Oberammergau Sondereffekte erzielt worden seien, so Tucek. Im Gastronomiebereich - dazu zählen u.a. rund 50 Gastronomiebetriebe sowie die Töchter CMS und Gustana - erhöhte sich das EGT von 5,6 Mill. Euro auf 7,5 Mill. Euro. Das Werbecenter Austria werde vor allem durch die Geschäftsausweitung mit 3,1 Mill. Euro ein Rekord-EGT ausweisen, betonte Tucek.

Keine Veränderungen stünden hingegen auf Eigentümerseite ins Haus, bemerkte Tucek. Das ÖVB gehört zu 63,8 Prozent der Bank Austria, zu 12,25 Prozent der Galler GmbH, zu 10,8 Prozent der Austrian Airlines (AUA), zu 8,78 Prozent Eurotours-Geschäftsführer Dieter Toth und zu 4,36 Prozent der Wiener Städtischen Versicherung. Das Verkehrsbüro hat in Österreich 2.900 Mitarbeiter und im Ausland rund 1.000 Beschäftigte. (APA)

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