Sicherheitsrisiko Aluleitschienen: Autofahrerclubs begrüßen Austausch

11. Jänner 2002, 12:51
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Wichtig entlang von Gewässern doppelter Blend- und Unterfahrschutz

Wien - Positiv bewerten die Autofahrerclubs am Freitag, in Aussendungen die Ankündigung der Asfinag, die umstrittenen Aluleitschienen aus dem Verkehr zu ziehen. Der ÖAMTC forderte als wirksamen Blend- und Unterfahrschutz doppelte Leitschienen, der ARBÖ verlangte besondere Aufmerksamkeit bei Straßen neben Gewässern.

Natürliche Alterung bei Aluminiumleitschienen

Durch natürliche Alterung werden Aluminiumleitschienen im Lauf der Zeit spröde und stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, erklärte der ARBÖ. Bei einem Anprall können spitze Teile in den Wagen eindringen und zu schweren Verletzungen der Insassen führen.

Auch schwere Fahrzeuge sollen Mittelsicherung nicht durchbrechen

Der ÖAMTC forderte im Zuge des Austausches auch gleich die Erhöhung der Rückhalteklasse, wie sie auf Brücken bereits gilt, damit auch schwere Fahrzeuge nicht mehr die Mittelsicherung durchbrechen können. Seit einer ÖAMTC-Sicherheitsuntersuchung 1998 an mehr als 10.000 Kilometer Fernstraßen im Auftrag der EU hätten Nachbarländer, wie etwa Italien, auf weiten Strecken die alten einfachen Leitschienen durch doppelte, mit Unterfahrschutz für Motorräder versehene Einrichtungen ausgetauscht. Österreich sei bisher säumig gewesen, hieß es.

Betonleitwänden - sollen Autos auf der Fahrbahn "halten"

"Der ÖAMTC hatte schon vor Jahren erreicht, dass Aluleitschienen bei Neubauten oder Generalerneuerungen von Fernstraßen durch Beton oder Stahl ersetzt werden. Nun müssen auch alte Aluleitschienen rasch getauscht werden", wie Willy Matzke festhielt.

Gefährlich ist bei Leitschienen laut ARBÖ die Möglichkeit des Durchbrechens oder sogar des "Überspringens" bei einem Aufprall im rechten Winkel. Deshalb forderten die Clubs bei der Umrüstung die Berücksichtigung von Betonleitwänden, die die Autos auf der Fahrbahn "halten".

Wichtig entlang von Gewässern

Wichtig sei die Montage von Leitschienen entlang von Gewässern, so der ARBÖ. Erst im November vergangenen Jahres waren zwei Frauen gestorben, nachdem sie von der Straße abgekommen und in den Mondsee gestürzt waren. Leitschienen habe es im Bereich der Unfallstelle nicht gegeben.

Einig sind sich die Autofahrerclubs, dass bei Leitschienen auch auf die Sicherheit von Motorradlenkern geachtet werden muss. Der ARBÖ verwies auf dämpfende Ummantelung der Leitschienensteher, wie sie beispielsweise an manchen Straßenabschnitten in Salzburg angebracht sind. Der ÖAMTC riet zu doppelten Leitschienen, die ein Durchrutschen verhindern. (APA)

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