Israelische Armee rückt erneut in Rafah ein

11. Jänner 2002, 09:22
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Arafat-Berater: Vordringen wird neue Gewalt provozieren

Gaza - Die israelische Armee ist erneut in die Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens vorgedrungen. Freitag Früh rückten zwölf Panzer drei Kilometer weit in die autonome Palästinenserstadt ein und riegelten die Straßen um Rafah herum ab, wie palästinensische Sicherheitskräfte mitteilten. Das Krankenhaus "Gaza Europa" im Herzen der Stadt war demnach von Panzern umstellt. In der Nacht hatte die Armee die Landebahn des Flughafens in Gaza zerstört. Rund ein Dutzend Panzer und Bulldozer seien auf das Flughafengebiet vorgerückt und hätten den Asphalt aufgerissen, teilten Augenzeugen und palästinensische Sicherheitskräfte mit.

Der Flughafen von Gaza ist die einzige Verbindung von Palästinenserpräsident Yasser Arafat ins Ausland. Offensichtlich handelte es sich um eine Vergeltungsaktion für einen Überfall der radikalislamischen Hamas-Bewegung vom Mittwoch, bei dem vier Soldaten getötet wurden. Bei einer Razzia im Westjordanland nahm die Armee am Freitagmorgen zudem einen Hamas-Kämpfer fest. Bereits am Donnerstagmorgen hatte die israelische Armee im Gazastreifen als Vergeltung Dutzende Häuser zerstört.

Der Chefberater Arafats, Nabil Abu Rudeina, verurteilte den neuen Einmarsch der Armee in Rafah. "Diese israelische Aggression wird eine große Explosion provozieren und mehr Gewalt in der Region hervorrufen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Zugleich rief er die internationale Gemeinschaft, insbesondere die USA auf, die israelischen Aktionen zu stoppen. Eine Eskalation werde die internationalen Bemühungen um Frieden und Ruhe vernichten. (APA)

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