Mindestens 20 Polizisten bei Ausschreitungen in Belfast verletzt

11. Jänner 2002, 06:42
posten

Trimble will sich am Freitag mit Lokalpolitikern treffen

Belfast - Bei neuen schwere Straßenschlachten zwischen Katholiken und Protestanten in der nordirischen Provinzhauptstadt Belfast sind nach Polizeiangaben mindestens 20 Beamte verletzt worden. Rund 300 katholische Jugendliche und etwa 60 Protestanten bewarfen die Polizei am Donnerstagabend im Ardoyne-Viertel mit Steinen und Molotow-Cocktails. Die Ordnungshüter setzten Plastikgeschosse ein. Der nordirische Regierungschef David Trimble zeigte sich "deprimiert" über die neuerliche Gewalt. Er will sich am Freitag mit örtlichen Politikern treffen.

Eine schwangere Busfahrerin stand unter Schock, nachdem Jugendliche ihren Linienbus gekapert und sie mit einem Hammer bedroht hatten. Der Polizei gelang es jedoch, die Frau zu befreien, bevor die Jugendlichen den Bus in Brand setzten. Die schwersten Ausschreitungen seit Monaten waren am Mittwoch eskaliert, nachdem Protestanten katholische Schulmädchen auf dem Weg zur "Holy Cross"-Mädchenschule in der Ardonye Road im Norden der Stadt belästigt hatten. Bei anschließenden Straßenschlachten wurden mehr als 40 Menschen verletzt. Die Schule steht seit Monaten im Mittelpunkt von erbitterten Kontroversen. Der Schulweg führt durch protestantisches Gebiet.

Am Donnerstag eskalierten die Unruhen nach dem Streit einer katholischen Mutter mit einer protestantischen Anwohnerin. Trotz der angespannten Lage sollte die vorübergehend geschlossene Holy-Cross-Schule nach Angaben von Direktor Aidan Troy am Freitag wieder öffnen. Troy überließ es aber den Eltern, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schicken wollten. (APA)

Share if you care.