Der Spätzünder aus der Notaufnahme

26. März 2005, 23:36
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Glücksritter und cooler Schweinehalter: George Clooney

Seit 6. Mai 2001 ist George Clooney angeblich um 20.000 Dollar reicher. Damals verloren Michelle Pfeiffer und Nicole Kidman ihre Wette, dass der "sexiest man alive" (People Magazine, 1997) und "begehrteste und attraktivste Junggeselle" (People Magazine, 2000) noch vor seinem 40. Geburtstag Vater werden würde. Clooney hält sich lieber an Max. So heißt bekanntlich sein treues Haustier, ein vietnamesisches Hängebauchschwein, das, glaubt man den einschlägigen Berichten, schon eine Ehefrau - die Schauspielerin Talia Balsam - und einige Lebensabschnitts- Partnerinnen wie die französische Jusstudentin Céline Balitran, das britische Model Lisa Snowdon oder zuletzt US-Schauspielerin Renée Zellweger in der Gunst des grau melierten Frauenschwarms überlebte.

Karrieretechnisch ist George Timothy Clooney, geboren 1961 in Lexington, Kentucky, jedenfalls ein Spätzünder. Auch wenn er inzwischen mit Produktionen wie derzeit Ocean's Eleven und Kostars wie Brad Pitt oder Julia Roberts zur ersten Liga der Hollywoodstars zählt: Der Sohn von TV-Nachrichtenmoderator Nick Clooney und Neffe von Sängerin Rosemary Clooney, der während seines Studiums noch versucht hat, bei den Cincinnati Reds als Baseballspieler zu reüssieren, hatte sein erstes TV-Engagement nach etlichen erfolglosen Schauspielversuchen in einer Krankenhausserie.

Das war 1984, die Serie spielte in Chicago und hieß E/R. Zu Starruhm gelangte Clooney in der Notaufnahme allerdings erst zehn Jahre später: Als Kinderarzt Douglas Ross in Michael Crichtons E. R., von 1994 bis 1999 fortwährend zwischen amourösen Verwicklungen und hingebungsvoller Berufsausübung hin- und hergerissen, sicherte der neue Publikumsliebling der Serie hohe Einschaltquoten und katapultierte sich selbst vom Bildschirm auf die große Leinwand.

Seinen ersten großen Coup landete er dort im gehärteten Fledermauskostüm (Batman & Robin, 1997), seine erste Zusammenarbeit mit Regisseur Steven Soderbergh ein Jahr später (Out of Sight) sicherte ihm zusätzlich zur Dollarmillionengage aus seinem Blockbustereinsatz auch das Wohlwollen der Kritiker.

Seither arbeitet Clooney mit Filmen wie O Brother Where Art Thou? weiter daran, seinen Ruf als ernst zu nehmender Charakterdarsteller zu sichern. Im vergangenen Jahr hat der Grammy-Preisträger, der bereits mehrfach Filme produzierte - unter anderem belebte er 2000 mit Fail Safe auf CBS das Live-Fernsehspiel erfolgreich wieder -, auch erstmals selbst Regie geführt: Sein Debüt Confessions of A Dangerous Mind, in dem neben ihm selbst unter anderem Sam Rockwell, Drew Barrymore und Rutger Hauer auftreten, soll Ende 2002 in die Kinos kommen.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11. 1. 2002)

Von
Isabella Reicher

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    foto: warner
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