Hepatitis im Spital: Experten suchen noch Quelle

11. Jänner 2002, 17:30
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Rechercheanstrengungen werden verstärkt

Wien - Bei den Hepatitis C-Erkrankungen in der Orthopädie des Wiener Donauspitals im SMZ-Ost herrscht weiterhin Unklarheit über die Infektionsquelle. Nun werden die Rechercheanstrengungen durch Experten aus dem Wiener AKH verstärkt. Neue Infektionen neben den vier bereits bekannten Fällen sind nicht aufgetaucht, gab Ludwig Kaspar, Generaldirektor-Stellvertreter des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), am Freitag Nachmittag vor Journalisten bekannt.

Bei den Screenings von Patienten und Personal hat sich allerdings der Kreis jener Personen erweitert, die an Hepatitis erkrankt sind, deren Infektionen aber nicht mit dem Donauspital in Verbindung stehen. Laut Kaspar handelt sich dabei nach neuestem Stand um vier Personen (drei Patienten und ein Turnusarzt), bei einem weiteren Patienten sind die Tests noch nicht abgeschlossen. Insgesamt wurden bereits knapp zwei Drittel der in Frage kommenden 124 Spitalspatienten untersucht. Beim Personal haben 79 von 80 Personen das Screening absolviert.

Bei der Suche nach der Infektionsquelle sei man weiterhin noch nicht fündig geworden, so Kaspar. Das Rechercheteam wurde deshalb verstärkt: Neben dem Hygienebeauftragten des Spitals und dem Hepatitis-Experten des Wiener AKH, Prof. Peter Ferenci, wurden nun auch Prof. Hanns Hofmann, Vorstand des Instituts für Virologie an der Universität Wien, und Prof. Walter Koller, Leiter der klinischen Abteilung für Krankenhaushygiene im AKH, beigezogen. "Nicht, weil was schief gelaufen ist", beeilte sich Kaspar zu versichern. Und auch Koller unterstrich, dass das Hygieneteam das Donauspitals seine Arbeit "ganz großartig" gemacht habe.

Die Chancen fündig zu werden, stehen trotzdem nicht besonders gut. "Bei der Hälfte der international bekannt gewordenen Fälle in Krankenhäusern wurde die Ursache nie gefunden", erklärte Ferenci. System- oder Hygienemängel seien nach dem bisherigen Wissenstands jedenfalls auszuschließen, betonten die Experten. Und auch für einen schlampigen Umgang mit kontaminierten Einwegmaterialien gebe es keinen Beweis. Trotzdem wurde die Magistratsabteilung 15 als zuständige Sanitätsbehörde um zusätzliche Hygiene-Schulungen ersucht, hieß es. (APA)

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