Korruptionsprozess gegen Berlusconi kann fortgesetzt werden

10. Jänner 2002, 20:18
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Beisitzender Richter nimmt trotz Versetzung an Prozess teil

Rom - Ein Korruptionsprozess gegen den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und den Abgeordneten Cesare Previti kann offenbar fortgesetzt werden. Ein Berufungsrichter entschied am Donnerstag in Mailand, dass der beisitzende Richter Guido Brambilla trotz seiner Versetzung durch Justizminister Roberto Castelli weiter an dem Prozess teilnehmen kann. Ohne Brambilla hätte der seit rund drei Jahren laufende Prozess neu beginnen müssen.

Castelli hatte am Dienstag die sofortige Versetzung Brambillas auf einen anderen Richterposten angeordnet. Der Leiter der Mailänder Staatsanwaltschaft Gerardo D'Ambrosio hatte Castelli vorgeworfen, mit dem Schritt die Fortsetzung des Prozesses verhindern zu wollen. Das Berufungsgericht muss nun noch über einen Antrag der Verteidigung auf Ablehnung Brambillas entscheiden.

Berlusconi und Previti, der Berlusconis Partei "Forza Italia" angehört, sind in Mailand angeklagt, Ende der 80er Jahre einen Richter bestochen zu haben, um einen Rechtsstreit um die Übernahme des staatlichen Lebensmittelkonzerns SME für sich zu entscheiden. SME ging schließlich an Berlusconis Unternehmensgruppe Fininvest.(APA/dpa)

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