Tessiner Regierung verklagt Bayer wegen Lipobay-Skandals

10. Jänner 2002, 20:05
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Klage laute auf Betrug und Verharmlosung der Nebenwirkungen

Bellinzona - Im Zusammenhang mit dem Skandal um den Cholesterinsenker Lipobay klagt die Tessiner Kantonsregierung laut einem Rundfunkbericht gegen den Leverkusener Herstellerkonzern Bayer.

Die Klage laute auf Betrug und werde mit der Verharmlosung der Nebenwirkungen des Produktes begründet, berichtete das Tessiner Radio RSI. Die Tessiner Staatsanwaltschaft habe eine Voruntersuchung eingeleitet, hieß es weiter. Für eine Bestätigung war die Staatsanwaltschaft am Donnerstagabend nicht zu erreichen.

Kritik am Heilmittelinstitut wegen mangelhafter Information

Der Kanton Tessin kritisiere auch das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic, das den Kanton nicht über die Schlussergebnisse des Testlaufs für das Produkt informiert habe. Dabei habe es sich um ein Versehen gehandelt, sagte ein Swissmedic-Sprecher im Radio. Bisher sind 52 Menschen nach der Einnahme von Lipobay verstorben. Im Kanton Tessin ist die Klage eines geschädigten Patienten anhängig. (APA/AP)

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