Gabun: Ärzte in Ebola-Gebiet vertrieben

10. Jänner 2002, 19:50
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Bevölkerung wollte Verbot der ansteckenden Totenwaschung nicht akzeptieren

Genf - Internationale Ebola-Experten haben Mekambo im Norden Gabuns wegen der ablehnenden Haltung der lokalen Bevölkerung verlassen müssen. Das teilte die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften am Donnerstag in Genf mit. Das internationale Team unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) war in Ungnade geraten, weil es das traditionelle Waschen der Toten wegen Ansteckungsgefahr unterbinden wollte.

Rotkreuz will Rückkehr der Ärzte

Das gabunesische Rote Kreuz hat mit der Bevölkerung Kontakt aufgenommen, damit die internationalen Ärzte zurückkehren und ihre Arbeit zur Eindämmung der Epidemie fortsetzen können. Laut Razak Akadiri von der Rotkreuzföderation ist die Rückkehr der Ärzte dafür absolut notwendig.

Weitere Virusausbreitung soll verhindert werden

Ebola hat bisher 18 Tote in Gabun sowie sieben Tote in Kongo-Brazzaville gefordert. Bei weiteren neun Menschen wurde das Virus ebenfalls nachgewiesen.

Möglicherweise kamen in dem betroffenen Dschungel-Gebiet zwischen den beiden Ländern weitere 247 Einheimische mit dem Blut oder anderen Körperflüssigkeiten der Infizierten in Berührung. Sie werden für die Dauer von drei Wochen auf Ebola-Symptome beobachtet.

Das Ebola-Virus verursacht hohes Fieber und innere Blutungen. Es gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt und führt in 50 bis 80 Prozent der Fälle zum Tod. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine vorbeugende Impfung noch ein Heilmittel. (APA)

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