Sozialversicherung: Angestellte streikbereit

11. Jänner 2002, 12:52
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GPA gegen zweijährigen Gehaltsabschluss

Wien - Mit Arbeitskampf drohen die 28.000 Angestellten der Sozialversicherung. Es geht um die laufenden Kollektivvertragsverhandlungen. Bereits am 25. Jänner könnte es erste Aktionen geben. Die Standesvertreter wehren sich vor allem gegen einen Zwei-Jahres-Abschluss, den es nach dem Vorbild der Beamten geben soll. Geforderte Gehaltserhöhung: 1,8 Prozent. Die Arbeitgeber boten zuletzt 1,4 Prozent.

Damit sieht sich der Hauptverband der Sozialversicherungsträger nach monatelangem Tauziehen um eine neue Führung und rigiden Sparplänen der Regierung (die ein Einfrieren der Verwaltungsausgaben in der Sozialversicherung festlegte) neuerlich einer Belastungsprobe ausgesetzt.

Der Hauptverband müsse der Forderung nach einer gerechten Teuerungsabgeltung für 2001 nachkommen, verlangt die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA). Das ist das Ergebnis einer Betriebsrätekonferenz am Donnerstag in Wien mit insgesamt 560 Teilnehmern.

Am 17. oder 18. Jänner sollen Betriebsversammlungen zur Berichterstattung über die Kollektivvertragsverhandlungen stattfinden. Drei Tage später wird eine Sitzung des Bundesausschusses in Wien einberufen. Dabei sollen, wenn nötig, weitere gewerkschaftliche Maßnahmen beraten und beschlossen werden. Die Resolution, die von der GPA und der Gewerkschaft Handel, Transport und Verkehr getragen wird, wurde noch gestern dem Hauptverband überreicht.

"Schmerzgrenze"

Für Erich Reichelt, den Verantwortlichen in der Gewerkschaft für den Wirtschaftsbereich Sozialversicherung, ist "die Schmerzgrenze erreicht". Demnach kann nur unter zwei Bedingungen ein Kollektivvertragsabschluss zustande kommen: Einmal dürfe es keine arbeits- und dienstrechtlichen Verschlechterungen geben. Und dann müsse der gehaltsrechtliche Abschluss für die Privatangestellten akzeptabel sein.

Am 12. Dezember sind die Verhandlungen darüber von der Arbeitgeberseite abgebrochen worden.

(APA, mon/DER STANDARD, Print- Ausgabe, 11. 01. 2002)
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