Senatorauswahl in Berlin umstritten

10. Jänner 2002, 19:01
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PDS: Ex-Baustadtrat Flierl leitet Kulturressort

Berlin - Neuer Senator für Kultur, Wissenschaft und Forschung in Berlin wird der PDS-Politiker Thomas Flierl. Die Reaktionen an den beiden Universitäten der Stadt und bei den Kulturinstitutionen auf diese Ernennung fielen durchwegs negativ aus.

Der frühere Baustadtrat des Bezirks Mitte ist selbst in den Reihen der Postkommunisten umstritten: 1996 verließ das frühere SED-Mitglied die PDS, weil er sie als reformunfähig empfand, und trat 1998 wieder ein. Als Baustadtrat im Regierungsbezirk Mitte erwarb der 44-Jährige sich den Ruf eines "Neinsagers" durch sein Einschreiten bei ambitionierten Bauprojekten. Flierl war in den vergangenen drei Jahren der große Gegenspieler von Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD), der dieses Amt im neuen Senat vermutlich wieder übernehmen wird. Mehrfach entzog Strieder dem Bezirk Investitionsprojekte.

Der neue Wirtschaftssenator Gregor Gysi kündigte an, mit dem Vorurteil aufräumen zu wollen, "dass die PDS wirtschaftsfeindlich ist". Er werde gezielt um Investoren werben. (DER STANDARD Print-Ausgabe, 11. 1. 2002)

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