Flüchtlingslager am Eurotunnel schließen

10. Jänner 2002, 17:10
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Betreiber führen gestörten Tunnel-Verkehr auf Lager zurück

Lille - Die Eurotunnel-Betreibergesellschaft dringt weiterhin auch juristisch auf die Schließung des Flüchtlingslagers Sangatte am nordfranzösischen Tunnel-Eingang. Die Gesellschaft legte am Donnerstag vor dem Verwaltungsgericht in Lille Berufung ein, weil die Richter eine Eurotunnel-Klage gegen das Lager im September 2001 vorerst abgewiesen hatten. Von diesem Lager aus versuchen illegale Flüchtlinge fast täglich, durch den Tunnel nach England zu gelangen.

Sperren gestürmt

Die Eurotunnel-Gesellschaft will, dass das Lager Sangatte verlegt wird, in dem gegenwärtig etwa 1.200 Flüchtlinge überwiegend aus dem Irak, Afghanistan und der Türkei untergebracht sind. Zu Weihnachten hätten mehr als 500 Asylsuchende die Sperren des Tunneleingangs "gestürmt". Sie wurden von Sicherheitskräften in das Lager zurückgebracht. Das Rote Kreuz nannte die Lage in dem Lager explosiv.

Lager und Störungen im Tunnel-Verkehr

"Die Vorfälle um Weihnachten herum beweisen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Lage des Lagers in Tunnelnähe und den Störungen im Tunnel-Verkehr", sagte eine Sprecherin der Gesellschaft. Eurotunnel habe durch solche Störungen und das Eindringen illegaler Flüchtlinge in den Tunnel im Jahr 2001 nahezu 25 Millionen Euro (344 Mill. S) verloren. Das Lager, in einem ehemaligen Hangar der Gesellschaft errichtet, sollte ursprünglich lediglich 300 Menschen aufnehmen. (APA/dpa)

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