Deutschland: Satans-Anhänger wegen Ritualmordes angeklagt

10. Jänner 2002, 17:16
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"Satan habe ihnen die Tat befohlen"

Bochum - Sechs Monate nach dem grausamen Ritualmord an einem 33 Jahre alten Mann in Deutschland stehen die beiden tatverdächtigen Satans-AnhängerInnen seit Donnerstag wegen Mordes vor Gericht.

Staatsanwalt Dieter Justinsky warf der 23 Jahre alten Frau und ihrem drei Jahre älteren Ehemann bei der Anklageverlesung vor dem Landgericht Bochum vor, "im Zustand verminderter Schuldfähigkeit aus niedrigen Beweggründen heimtückisch den ehemaligen Arbeitskollegen umgebracht zu haben".

Messerstiche und Hammerschläge

Tat auslösend war laut Justinsky "der Glaube an Satan, der ihnen die Tat befohlen" habe. Laut Staatsanwalt war sich das Paar jedoch bewusst, dass es sich um "eine verwerfenswerte Tat auf niedrigster Stufe" gehandelt habe. Beide sollen in ihrer Wittener Wohnung den Mann mit 66 Messerstichen und Hammerschlägen umgebracht haben. Nach der Bluttat waren das Ehepaar geflohen. Es wurde fünf Tage nach dem Mord in Jena (Thüringen) festgenommen worden.

Geschlossene Psychiatrie

Zum Auftakt des Prozesses sagte der Anklagevertreter, es sei von verminderter Schuldfähigkeit der Angeklagten auszugehen, weil eine narzistische Persönlichkeitsstörung vorliege. Da bei beiden mit gleich gelagerten Taten zu rechnen sei, hielt Justinsky im Falle einer Verurteilung zusätzlich die Unterbringung in der geschlossenen Psychiatrie für unerlässlich. Das Urteil steht noch aus.(APA/AP)

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