Madegassische Opposition bezichtigte Regierung der Wahlfälschung

11. Jänner 2002, 18:37
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Demonstranten fordern öffentliche Anhörung vor dem Verfassungsgericht

Antananarivo - In Madagaskar haben am Freitag 100.000 Oppositionelle gegen das vorläufige Ergebnis der Präsidentenwahlen vom 16. Dezember protestiert. Die Demonstration in einem Stadion in der Hauptstadt Antananarivo waren der vorläufige Schlusspunkt der bereits seit über einer Woche dauernden Proteste. Dem vorläufigen Ergebnis zufolge konnte der Oppositionskandidat Marc Ravalomanana 46,6 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Der derzeitige Präsident Didier Ratsiraka soll 40,4 Prozent der Wählerstimmen erzielt haben.

Sollten die Ergebnisse vom Verfassungsgericht bestätigt werden, findet eine Stichwahl zwischen dem 67-jährigen Amtsinhaber und Ravalomanana statt. Der 51 Jahre alte Oppositionspolitiker weist das provisorische Ergebnis als gefälscht zurück. Seiner Auffassung nach hat er die Wahl mit 52,15 Prozent der Stimmen für sich entscheiden können. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, das Ergebnis manipuliert zu haben und fordern vom Verfassungsgericht eine öffentliche Anhörung. Es soll vor der Bestätigung der Ergebnisse Wahlbeobachter aller Parteien hören. Madagassischen Zeitungsberichten zufolge unterstützen die EU, Japan, die USA und die Schweiz die Proteste.

Ratsiraka ist seit 23 Jahren in der ehemaligen französischen Kolonie an der Macht. Nachdem er 17 Jahre mit Hilfe des Militärs regiert hatte, ließ er seine Herrschaft 1996 zum ersten Mal durch Wahlen demokratisch legitimieren. (APA/AP)

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