Chinesischer PC-Riese Legend will nach Europa

10. Jänner 2002, 14:36
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Ab April sollen Notebooks in Südeuropa verkauft werden – Gericom zeigt sich gelassen

Der größte chinesische PC-Hersteller Legend Holdings steht kurz vor dem Markteintritt in Europa. Wie der taiwanesische News Service DigiTimes berichtet, sollen bereits ab April die ersten chinesischen Low-End-Notebooks verkauft werden. Als Testmarkt sei vorerst Südeuropa auserkoren worden, später soll das Angebot auf ganz Europa ausgedehnt werden. Die Notebooks werden von First International Computer in Europa gefertigt.

Low-Budget-Notebooks

Laut DigiTimes sieht Legend im Bereich Low-Budget-Notebooks die größten Einstiegschancen. Die Chinesen dringen dabei in einen Markt ein, der auch vom oberösterreichischen Notebookhersteller Gericom bearbeitet wird. Dennoch zeigt man sich in Linz gelassen. "Für einen neuen Anbieter ist es nicht leicht in bereits bestehende Märkte einzusteigen", so Gericom-CFO Gerhard Leimer.

Ein "zusätzlicher, unangenehmer Anbieter"

Natürlich wäre Legend ein "zusätzlicher, unangenehmer Anbieter", doch besorgt sei man keineswegs. Gericom besitze eine gute Kostenstruktur, acht Jahre Erfahrung und kenne auch die "Vorlieben" europäischer Notebook-User. "Die Geschmäcker in Asien, den USA und Europa sind grundverschieden. Es wird nicht leicht als asiatischer Newcomer sich effizient und schnell auf diese Unterschiede einzustellen", so Leimer. Bei PCs wäre es dagegen problematischer.

Expansion überraschend

Legends Expansionspläne stoßen bei Branchenkennern teilweise auf Unverständnis, da gerade jetzt der Heimmarkt in China einer immer größeren Konkurrenz ausgesetzt ist. Seit dem Beitritt Chinas zur WTO würden die Preisvorteile von Legend durch mehr Konkurrenz immer mehr aufgeweicht. Legend verweist hingegen auf seine hohen Marktanteile (30 Prozent auf dem chinesischen PC-Markt) und sein weitläufiges Distributorennetz. China gilt als der am schnellsten wachsende PC-Markt weltweit. (pte)

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