Burn, Money - burn!

10. Jänner 2002, 15:05
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Das Netz als Billionen-Dollar-Grab - Neue Bilanzierungsregeln zwingen US-Firmen ihre Verluste durch Internetgeschäfte offen zu legen

Im Zuge der neuen Bilanzierungsregeln erwarten Analysten bisher nicht gesehene Abschreibungen vieler US-Firmen in Billionen Dollar Höhe. Seit dem 1. Jänner 2002 müssen Unternehmen im Rahmen des so genannten "Goodwill" den gesamten Wertverfall, der durch Geschäft im Internet zustande gekommen ist, abschreiben. Dies könnte erstmals die wahren Ausmaße der geplatzten Dot.com-Träume erkennen lassen.

"Das wird ziemlich peinlich"

Bislang konnten Unternehmen ihre Goodwill-Abschreibungen über 40 Jahre zu strecken, dadurch konnten Verluste in Bilanzen gut "versteckt" werden. Goodwill ist der Teil des Kaufpreises bei einer Firmenübernahme, der über dem fairen Wert der Vermögenswerte der akquirierten Firma liegt. In Zeiten des Internet-Hypes wurden oftmals astronomische Summen bezahlt. Ein Analyst von Lehman Brothers meinte: "Das wird für unsere Unternehmen ziemlich peinlich werden."

Billionen im Internet verpufft

Die Schätzungen der Analysten über die Höhe der Abschreibungen im ersten Quartal gehen bis zu einer Billion Dollar. Eine solche Summe ist in der bisherigen Börsegeschichte einmalig. Allerdings erwarten die Experten keine große Auswirkungen auf die Aktienkurse der betroffenen Unternehmen. AOL hatte etwa zu Jahresbeginn angekündigt Abschreibungen in der Höhe von 40 bis 60 Milliarden Dollar vornehmen zu müssen.(red)

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