"Islamischer Heiliger Krieg" beendet einseitige Waffenruhe

10. Jänner 2002, 13:35
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Mit sofortiger Wirksamkeit

Ramallah/Doha - Die palästinensische Untergrundorganisation "Islamische Heilige Krieg" (Dschihad Islami) hat am Donnerstag ihre seit dem 16. Dezember eingehaltene einseitige Waffenruhe im Kampf gegen Israel für beendet erklärt. Das meldete der arabische TV-Sender "Al Jazeera" in Doha (Katar) aus Ramallah im Westjordanland. Mit sofortiger Wirkung fühle sich der militärische Flügel der Organisation nicht mehr an das Übereinkommen mit den palästinensischen Sicherheitskräften entsprechend dem Gewaltverzichtsaufruf von Präsident Yasser Arafat gebunden, hieß es.

Die Gruppe "Islamischer Heiliger Krieg" entstand vor über zwei Jahrzehnten. Der Extremistenführer Fathi Shkaki, der in Kairo Medizin studierte und seit 1979 in einem Jerusalemer Krankenhaus arbeitete, gilt als ihr Gründer. Er wurde im Oktober 1995 von israelischen Mossad-Agenten auf der Insel Malta erschossen. Zuvor hatte er viele Monate in israelischen Gefängnissen verbracht und dennoch die Fäden der Organisation in der Hand behalten. Im August 1988 wurde der glühende Anhänger der iranischen Revolution von den Israelis in den Libanon deportiert, später ging er nach Damaskus. Von dort aus rekrutierte er Anhänger in mehreren Ländern und dirigierte mit einem ausgeklügelten Netz von Kurieren die Zellen seiner Organisation in den von Israel besetzten Gebieten. Eine Reihe blutiger Anschläge und Selbstmordattentate vor allem nach dem israelisch-palästinensischen Grundlagenvertrag 1993 wurde der Organisation angelastet. (APA/Reuters)

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