Bosnien: SFOR setzt Waffen-"Ernte" fort

10. Jänner 2002, 13:29
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NATO-Truppe baut Missbrauch vor und schließt 37 Arsenale

Sarajewo/Wien - Allein im Nordosten Bosnien-Herzegowinas sind im vergangenen Jahr 37 Waffenarsenale geschlossen worden. Diese Aktion wurde gemeinsam von der NATO-geführten Friedenstruppe SFOR und Einheiten beider Gebietseinheiten (bosniakisch-kroatische Föderation und bosnische Serbenrepublik) durchgeführt. Von noch bestehenden 72 Waffenlagern würden in den nächsten Monaten weitere 15 geschlossen werden, teilte das Kommando der multinationalen SFOR-Einheit in Tuzla in einer Aussendung mit.

Die Schließung von Waffenarsenalen wurde im Rahmen der angekündigten Verringerung bewaffneter Einheiten in der bosniakisch-kroatischen Föderation und der Republika Srpska durchgeführt. In beiden Gebietseinheiten wurde auch das Budget für das Militär deutlich gekürzt. Nach Ansicht der SFOR sei durch die Schließung von Waffenlagern auch die illegale Verwendung von Waffen schwerer möglich.

Insgesamt sind im vergangenen Jahr in ganz Bonsien-Herzegowina fast 4000 Handfeuerwaffen und über eine Million Schuss Munition eingezogen worden, hatte SFOR-Sprecher Mike Odom bereits am Dienstag in Sarajewo mitgeteilt. Zudem seien etwa 15.000 Handgranaten, 13.500 Mörsergranaten und 3,6 Tonnen Sprengstoff sichergestellt worden. Die SFOR will auch in diesem Jahr das Projekt "Ernte" zur Einsammlung von Waffen und anderen Kriegsgeräten fortsetzen.(APA)

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