Oberösterreich: 2002 ist "Jahr der Chancengleichheit"

11. Jänner 2002, 13:54
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Haubner: Das soll Frauen "den Rücken stärken" - Kritik der Grünen

Linz - Das "Jahr der Chancengleichheit" 2002 soll den oberösterreichischen Frauen "den Rücken stärken". Wie die zuständige Landesrätin Ursula Haubner (F) am Donnerstag in einer Pressekonferenz in Linz betonte, solle niemand "zwangsbeglückt" werden, vielmehr sollen die Probleme der Frauen, aber auch ihre Chancen aufgezeigt werden. Landeshauptmann Josef Pühringer (V) unterstrich, dass dieses Jahr die Leistungen von jenen in den Vordergrund stelle, auf die sonst keine "Scheinwerfer" gerichtet sind.

So seien es beispielsweise bei den Ehrenämtern vor allem Männer, die die "sichtbaren" Funktionen innehaben - wie der Feuerwehrhauptmann oder der Einsatzleiter der Rettung. Bei der Arbeitsverteilung schaue es aber anders aus, so Pühringer. Dort, wo die ehrenamtliche Arbeit ohne "Rang und Namen" stattfindet, sind die Frauen. Nachbarschaftshilfe, Pflege von kranken Familienangehörigen - kurz: Wo es um die "soziale Wärme" geht, seien die Frauen in der Überzahl.

Bevölkerung aufrütteln und informieren

Das Land Oberösterreich sei das erste in Europa, das dem Thema Chancengleichheit ein eigenes Jahr widmet. Drei Themenschwerpunkte sollen die Bevölkerung "aufrütteln" und informieren, betonte Haubner. Einer davon heißt "Selbstwert, Qualifikation und Bildung". Es sei wichtig, die Persönlichkeit der Frauen zu stärken. Und: Ausbildung und Qualifikation seien "der Rohstoff für die Zukunft der Frauen".

Aufgewertet werden sollen die Familienkompetenzen. Durch die Einführung des Kindergeldes sei eine Möglichkeit geschaffen worden, Familie und Beruf besser zu vereinbaren, sagte Haubner. Zum Thema "Frau und Beruf" meinte sie, dass Frauen über Jobs informiert werden sollen, die höhere Einstiegsgehälter und gleichwertige finanzielle Entlohnung anbieten. Zu dem würden sich viele Frauen nicht für Führungspositionen bewerben, weil sie es sich nicht zutrauen, berichtete Haubner.

Grüne fordern gleiche Rechte für Frauen

"Gleiche Rechte für Frauen" statt "Jahr der Chancengleichheit" forderte die Grüne Frauensprecherin Doris Eisenriegler in einer Presseaussendung. Unter anderem soll die Frauenarbeitslosigkeit reduziert werden, indem Maßnahmen bei der Ausbildung und für Wiedereinsteigerinnen gesetzt werden. Die Benachteiligungen in den Bereichen Einkommen, Bildung, Kinderbetreuung und Beruf müssten "endlich aufgehoben werden", so Eisenriegler. (APA)

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