"Arbeitslosigkeit in Österreich wird erst 2005 zurückgehen"

10. Jänner 2002, 13:04
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AMS-Chef Böhm: Wiedereinstieg von Frauen bleibt Schwerpunkt

Wien - Die Arbeitslosigkeit in Österreich werde bis zum Jahr 2005 deutlich zunehmen. Mit einem leichten Anstieg der Beschäftigung sei wieder 2004 zu rechnen. Dies betonte der Vorstand des Arbeitsmarktservice (AMS), Herbert Böhm, am Donnerstag im Management Club. Die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums werde heuer am "markantesten" zu spüren sein. Die Arbeitslosenrate nach nationalen Berechnungen werde heuer auf 6,6 Prozent nach einem vorläufigen Wert von 6,1 Prozent im Vorjahr steigen. Nach EU-Kriterien wird für heuer ein Wert von 4,2 Prozent prognostiziert.

Das AMS, so Böhm werde der steigenden Arbeitslosigkeit im Land mit dem gesamten arbeitsmarktpolitischen Instrumentarium begegnen. Dieses reicht von der Arbeitsstiftung für die Baubranche bis zu generellen Qualifizierungsschwerpunkten für Frauen, Ältere und Jugendliche. Darüber hinaus werde sich das AMS verstärkt in die Besetzungsstrategie der Unternehmen einschalten, betonte Böhm.

Aktive Arbeitsmarktpolitik

Das Förderbudget, das trotz steigender Arbeitslosigkeit heuer unverändert rund 603 Mill. Euro oder 8,3 Mrd. S betragen wird, wird das AMS schwerpunktmäßig für die Qualifizierung von Jobsuchenden und Beschäftigten, für den Wiedereinstieg von Frauen, für Einstellungsbeihilfen älterer Arbeitsloser und für die Verhinderung von Jugendarbeitslosigkeit einsetzen.

Die Unternehmen sollen heuer noch stärker betreut und die Selbstbedienungsmöglichkeiten wie Internet-Services weiter ausgebaut werden. Außerdem sei geplant, die Kooperationen mit Bildungsträgern, Arbeitskräfteüberlassern und privaten Arbeitsvermittlern zu verstärken. "Die aktive Arbeitsmarktpolitik könne zwar die Konjunktur nicht umdrehen, aber doch zum Positiven beeinflussen", so Böhm. (APA)

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