Wirtschaft in der Euro-Zone 2001 stagniert

10. Jänner 2002, 16:27
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Österreich mit BIP-Minus im Herbst - Zahlen bestätigen Prognose von Eurostat

Luxemburg - Die Wirtschaft in der Eurozone mit zwölf Ländern ist im dritten Quartal 2001 auf der Stelle getreten. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im dritten Quartal gegenüber den drei vorangegangenen Monaten nur um 0,1 Prozent. Damit bestätigte das europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg am Donnerstag eine im November gemachte erste Prognose. Schon im zweiten Quartal 2001 hatte das Wachstum auf diesem niedrigen Niveau gelegen. Österreich wies im dritten Vierteljahr wie Deutschland einen BIP-Rückgang von minus 0,1 Prozent auf.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahm das BIP in der Eurozone um 1,4 Prozent zu. Als Stütze des Wachstums erwiesen sich von Juli bis Ende September vor allem die Ausgaben der privaten Haushalte für den Konsum, die im Vergleich zum Vorquartal um 0,2 Prozent anstiegen. Dagegen stagnierten die Investitionen. Die Exporte schrumpften sogar um 0,7 Prozent.

EU-BIP stieg im dritten Quartal um 0,2 Prozent

In der gesamten Europäischen Union (EU) mit 15 Ländern stieg das BIP im dritten Quartal um 0,2 Prozent, die Jahresquote betrug 1,4 Prozent. Am stärksten legte die Konjunktur mit 1,2 Prozent in Finnland zu, gefolgt von Frankreich mit 0,5 Prozent. Auch in Großbritannien und Dänemark, die der Eurogruppe nicht angehören, wuchs die Wirtschaft um jeweils 0,5 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft, der "kranke Mann Europas", rutschte im dritten Quartal 2001 hingegen an den Rand einer Rezession. Gegenüber dem dritten Quartal 2000 schrumpfte das BIP um 0,1 Prozent. Für Deutschland rechnen die meisten Experten frühestens im ersten Quartal dieses Jahres wieder mit einem BIP-Anstieg.

Schwächer als in Deutschland (und Österreich) war im dritten Quartal 2001 die konjunkturelle Entwicklung EU-weit nur in den Niederlanden, wo das Wachstum den Angaben zufolge bei minus 0,4 Prozent lag. (APA/dpa/AP/Reuters)

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