Österreichische Konsumentenschützer befürchten Preissteigerungen

10. Jänner 2002, 14:10
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Anrufe bei AK-Hotline haben sich verdoppelt - Inflationsdebatte in Italien

Wien - Seit der Einführung des Euro-Bargeldes haben sich die Anrufe bei der kostenlosen Euro-Hotline 0800 801 901 der Arbeiterkammer (AK) verdoppelt. Massiv angestiegen sind auch die Einträge der Konsumenten auf der AK-Euro-Internetseite. Zur Zeit beklagen sich die Konsumenten über Preissteigerungen, Probleme bei Automaten, das Ablehnen von Schillingen in Trafiken, Wirtshäusern, Bäckereien und anderen Geschäften sowie unrichtige Rundungen, teilt die AK am Donnerstag mit.

Anpassung nach oben

Nun befürchten die Konsumentenschützer der AK, dass in den ersten Märzwochen, wenn die doppelte Preisauszeichnung wegfällt, viele Unternehmen die Preise nach oben anpassen werden. "Die Konsumenten brauchen Sicherheit, dass sie nicht über den Tisch gezogen werden", fordert die AK. Daher werde sie die Preise weiterhin regelmäßig kontrollieren. Auch die Konsumenten sollen weiter mithelfen und über das Internet oder die Gratis-Euro-Hotline erklärungsbedürftige Preisänderungen oder Umrechnungsfehler bekannt geben.

Seit Mitte September 2001 haben rund 17.000 Konsumenten bei der AK-Euro-Hotline angerufen. Zehn Tage nach der Einführung des Euro-Bargeldes haben sich die Anrufe bei der Euro-Hotline der AK verdoppelt - pro Tag rufen etwa 250 Konsumenten an, heißt es weiter. Auch auf der Euro-Internetseite der AK sind die Einträge stark angestiegen. Die Beschwerden gehen quer durch alle Branchen - Restaurants, Pizzerien, gestiegene Preise bei Automaten, in Discotheken und bei Zigaretten.

Verteuerung bei Getränke- und Speiseautomaten bis 24 Prozent

Einige Beispiele von Konsumentenbeschwerden, die bei der AK eingelangt sind: Manche Trafiken oder Bäckereien in Wien akzeptieren keine Schilling-Münzen mehr, Verteuerung bei Getränke- und Speiseautomaten um bis zu 24 Prozent, Preisanhebungen in Drogeriemärkten, Preissteigerungen in der Gastronomie, ein Fastfood-Restaurant schreibt keine Schilling-Preise mehr an, Erhöhung von Parkgebühren.

Dass durch die Verlängerung der Gewährleistungsfrist von sechs Monaten auf zwei Jahren es nun zu Preissteigerungen um zwei bis drei Prozent kommen könnte, ist für die AK-Konsumentenschützer ebenfalls unakzeptabel. Wenn überhaupt könnte so ein Preiseffekt erst in der zweiten Jahreshälfte auftreten, da schon bisher die Gewährleistung innerhalb von sechs Monaten galt.

Italien: Verbände sammeln Klagen

In Italien ist eine heftige Polemik zwischen der Regierung und den Konsumentenschutzverbänden über die Effekte der Euro-Bargeldeinführung auf die Inflation entflammt. Die Konsumentenschutzverbände, die mit einem Inspektoren-Team die Klagen der Italiener wegen illegalen Preisaufrundungen sammeln, warnten vor den Auswirkungen auf die Inflation, die im Jänner um 0,4 bis 0,7 Prozent wachsen könnte. Die Preise seien in Italien seit Jahresbeginn in mehreren Branchen um 14 Prozent gestiegen. Dies bedeute, dass jede italienische Familie 557 Euro mehr in diesem Jahr ausgeben muss, was auf nationaler Ebene Mehrausgaben in Höhe von 12 Mrd. Euro (165 Mrd. S) heißt. (APA)

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