Expedition in eine andere Welt

10. Jänner 2002, 15:59
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Mohsen Makhmalbafs Afghanistan- Drama die "Reise nach Kandahar" ist aktueller denn je

Mohsen Makhmalbafs Film "Reise nach Kandahar", der ab Freitag in den österreichischen Kinos anläuft, erzählt von einer Frau, die ihre Schwester in Afghanistan vor dem Freitod retten will.

Der Film hält sich lose an eine authentische Geschichte, die Niloufar Pazira, die nunmehrige Hauptdarstellerin, Makhmalbaf erzählt hat. Eine emigrierte Afghanin erhält den Brief einer Freundin, in dem ihr diese mitteilt, bei der nächsten Sonnenfinsternis Selbstmord zu begehen, weil sie die Unterdrückung nicht länger ertragen könne. Sie macht sich auf, diese zu retten, in einer abenteuerlichen Reise nach Kandahar, der Hochburg der Taliban.

Der bei den Filmfestspielen von Cannes uraufgeführte Film des iranischen Regisseurs Mohsen Makhmalbaf ist ein ausdrucksstarkes Zeitdokument über ein Land, das keinen Frieden kennt, schreibt film.de. Makhmalbafs semidokumentarischer Film folgt nicht den dramaturgischen Regeln des Kinos, er konstruiert weder Geschichten noch baut er Spannung auf. Seine Botschaft steckt in den Bildern, den kleinen aneinandergereihten Szenen, die den ZuschauerInnen auf eindringliche Weise eine Realität nahe bringen, die fremder nicht sein könnte. (red)

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