Groß angelegter Handybetrug in der Wiener City aufgeflogen

10. Jänner 2002, 12:18
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Filialleiter soll rund 1.500 Geräte "abgezweigt" haben

Wien - Ein groß angelegter Handybetrug ist in Wien aufgeflogen, berichtete die Polizei am Donnerstag, in einer Aussendung. Der Filialeiter eines Shops eines Netzbetreibers soll rund 1.500 Geräte "abgezweigt" haben. Der Schaden beträgt rund 290.000 Euro (etwa 4 Mill.Schilling). Der Täter ist in Haft, seine beiden Mittäter wurden angezeigt.

1.500 Geräte verschwanden

Am Dienstag wurde von der Firma angezeigt, dass aus einer Filiale im "Herzen der Wiener City" - nähere Angaben wollte die Polizei nicht machen - in den vergangenen Monaten hunderte Handys abhanden gekommen wären, so die Polizei. Im Zuge der Erhebungen geriet der Filialleiter in Verdacht. Bei einer Hausdurchsuchung wurden firmeneigene Geräte gefunden. Innerhalb eines Jahres, von Oktober 2000 bis Oktober 2001, soll der Mann rund 1.500 der begehrten Geräte verschwinden haben lassen und Handys über einen Vermittler an einen Second-Hand-Shop verkauft zu haben. Der Schaden für das Unternehmen soll rund 290.000 Euro (etwa vier Mill. S) betragen.

Vermittler im Spiel

Weitere der gesuchten Handys stellte die Polizei beim Vermittler, dem aus Niederösterreich, und bei einem Angestellten des Second-Hand-Shops aus Wien-Fünfhaus, sicher. Rund 72.500 Euro (etwa eine Mill. S) soll der Vermittler kassiert haben.

Das Trio dürfte sich "ein Loch im System" zu Nutze gemacht haben, so die Polizei. Der Filialleiter hatte zu jedem Gerät fingierte "Bonuspunkte" des Netzwerkbetreibers aufgelistet.

Genaue Buchführung

Der Filialleiter war aber äußerst gewissenhaft, wurde von der Polizei erklärt. Bei der Hausdurchsuchung habe er sämtliche "Geschäftsdaten" - fein säuberlich am PC gespeichert - den Fahndern übergeben. Sein - vorläufiger - Gewinn: etwa 138.000 Euro (rund 1,9 Mill. S). (APA)

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