Konjunkturflaute beschert Topcall 2001 leicht negatives Ergebnis

10. Jänner 2002, 10:03
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Umsatz ging von 37,2 Millionen Euro auf 30 Millionen Euro zurück

Wien - Der an der Easdaq notierte Wiener Anbieter für Kommunikationslösungen, die Topcall International AG, ist im Jahr 2001 erstmals in die roten Zahlen gerutscht. Auf Grund der weltweiten Konjunkturflaute habe das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 5,8 Mill. Euro im Vorjahr in ein leichtes Minus gedreht, der Umsatz sei von 37,2 Mill. Euro (512 Mill. S) auf rund 30 Mill. Euro zurückgegangen, geht aus den heute, Donnerstag, veröffentlichten vorläufigen Berechnungen des Unternehmens hervor.

Für das laufende Jahr 2002 erwartet Topcall einen Umsatzwachstum im zweistelligen Bereich von bis zu 20 Prozent und wieder einen Gewinn in Höhe von 5 bis 7 Prozent der Umsatzrendite, sagte Topcall-Finanzvorstand Christoph Stockert zur APA.

Konjunkturelle Verunsicherung

Der Umsatz- und Gewinnrückgang im Jahr 2001 sei größtenteils auf die konjunkturelle Verunsicherung zurückzuführen, die seit September 2001 auf den globalen Märkten vorherrsche, betonte Topcall Vorstandsvorsitzender Herbert Blieberger in einer Aussendung. Außerdem hätten Kunden wie Versicherungen, Banken und Fluglinien ihre Aufträge für Kommunikationslösungen auf 2002 verschoben. Daher sei der Umsatz im Produktgeschäft des sonst traditionell starken vierten Quartals, insbesondere im Dezember, deutlich geringer als erwartet ausgefallen.

Bei den Wartungsaufträgen hingegen sei der Umsatz um 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen, die vergleichsweise geringeren Video Conferencing-System-Umsätzen hätten sich verdoppelt. Rückläufig hingegen waren die Umsätze des Consulting-Bereichs, u.a. wegen des Verkaufs der A-Consult mit 1. September 2001.

Abschreibungen führen zu hohen Kosten

Die Abschreibungen aus dem Verkauf der verlustbringenden A-Consult sowie die gebildeten Rückstellungen auf Grund der im Jahr 2001 durchgeführten Strukturveränderungen hätten zu hohen Kosten geführt, die das Gesamtergebnis im Geschäftsjahr 2001 außergewöhnlich belastet hätten, hieß es weiter. Topcall habe aber "den langwierigen sowie kostenintensiven Strukturbereinigungsprozess" international abgeschlossen und die Schlagkraft nach der Konzentration auf seine Kernmärkte und die Schaffung neuer Absatzmärkte in Fernost 2002 "signifikant erhöht".

Die Topcall-Aktie notierte heute um 9:20 Uhr unverändert zum gestrigen Schlusskurs bei 2,28 Euro.

Topcall bietet Kommunikationslösungen, Supportservices sowie Consulting vor Ort und betreut derzeit weltweit mehr als 4.000 Kunden. Das Unternehmen beschäftigte per Ende 2001 228 Mitarbeiter.(APA)

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