Die Preisträger der 29. American Music Awards

10. Jänner 2002, 10:15
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Peinliche Geldstreitereien, abgesagte Auftritte und posthume Ehrung

Los Angeles - Die bei einem Flugzeugunglück umgekommene Soul-Sängerin Aaliyah ist in der Nacht zum Donnerstag postum mit zwei American Music Awards (AMA) geehrt worden. Bei der von einem Eklat um Altstar Michael Jackson überschatteten Show erhielt auch die zuvor hoch favorisierte 20-jährige R&B-Entdeckung des Jahres, Alicia Keys, zwei der nach den Grammys begehrtesten Musikpreise der USA.

Als direkte Folge eines peinlichen Millionen-Dollar-Streits um Starauftritte und Fernseheinschaltquoten zwischen den Produzenten der Grammys und der AMA-Gala wurde in letzter Minute ein Video-Clip Jacksons aus dem Programm gestrichen. Der einstige "King of Pop" erschien nur für wenige Minuten ganz zum Schluss auf der Bühne, um seinen bereits zuvor bekannt gegeben AMA-Sonderpreis als "Künstler des Jahrhunderts" in Empfang zu nehmen.

Eklat um Jackson

Ursprünglich hatte Jackson live auftreten sollen. Das hatten jedoch nach Angaben von AMA-Produzent Dick Clark die Grammy-Veranstalter verhindert, die den gealterten Pop-Star Ende Februar bei ihrer Award-Show auftreten lassen wollen. Clark hatte daraufhin eine gerichtliche Klage eingereicht. Als Kompromiss sollte eine neue Video-Einspielung des 13 Jahre alten Jackson-Songs "Man in the Mirror" gezeigt werden, was die AMA-Veranstalter dann aber ablehnten.

Posthume Awards für Soulsängerin Aaliyah

Die Gäste im Shrine Auditorium von Los Angeles erhoben sich von ihren Plätzen, als die beiden Awards für Aaliyah verkündet wurden. Die talentierte Musikerin war im August beim Absturz eines kleinen Privatflugzeuges im Alter von 22 Jahren getötet worden. Aaliyah wurde zur besten Künstlerin des Jahres 2001 in der Kategorie Soul- und R&B erklärt, in der somit Alicia Keys und Mary J. Blige das Nachsehen hatten. Die CD "Aaliyah" wurde in dieser Sparte außerdem als bestes Album ausgezeichnet. Nominiert waren hier auch Keys' mehr als vier Millionen Mal verkauftes Debüt-Album "Songs in A Minor" und Janet Jacksons CD "All For You".

Enttäuschte Keys

Die 20-jährige Keys, die sechs Mal nominiert war und ihre Enttäuschung nicht ganz verbergen konnte, wurde als beste neue Künstlerin jeweils in den Sparten Pop und R&B mit AMA-Trophäen gewürdigt. Ebenfalls zwei Awards bekamen die Damen des Trios Destiny's Child und der Country-Star Tim McGraw.

Janet Jackson und Lenny Kravitz wurden beste Pop-Interpreten des Jahres. Den Preis für die beste Pop-Band bekam die Gruppe 'N Sync. Auch die Rocker von Limp Bizkit, die Country-Stars Faith Hill und Brooks & Dunn gehören zu den Preisträgern. Den Preis als bester R&B-Sänger bekam Luther Vandross. Enrique Iglesias gewann in der Sparte Latin Music.

DIE PREISTRÄGER

Kategorie: Pop/Rock

- Männlicher Interpret: Lenny Kravitz - Weibliche Interpretin: Janet Jackson - Band, Duo oder Gruppe: 'N Sync - Album: "Survivor" von Destiny's Child - Newcomer: Alicia Keys

Kategorie: Soul/Rhythm & Blues

- Männlicher Interpret: Luther Vandross - Weibliche Interpretin: Aaliyah (postum) - Band, Duo oder Gruppe: Destiny's Child - Album: "Aaliyah" von Aaliyah - Newcomer: Alicia Keys

Kategorie: Country

- Männlicher Interpret: Tim McGraw - Weibliche Interpretin: Faith Hill - Band, Duo oder Gruppe: Brooks & Dunn - Album: "Set This Circus Down" von Tim McGraw - Newcomer: Trick Pony

Kategorie: Rap/Hip Hop

- Interpret: Nelly

Kategorie: Alternative Music

- Interpret: Limp Bizkit

Kategorie: Latin

- Interpret: Enrique Iglesias

Kategorie: Contemporary Inspirational

- Interpretin: Yolanda Adams

Kategorie: Adult Contemporary

- Interpretin: Sade

Kategorie: Soundtrack

- Preisträger: "Save the Last Dance"

Kategorie: Internet Artist

- Preisträger: U2

Kategorie: Award of Merit

- Preisträger: Garth Brooks

Kategorie: Artist of the Century

- Preisträger: Michael Jackson (APA/AP)

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