Vorauskommando in Afghanistan gelandet

11. Jänner 2002, 08:31
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Mit zweitägiger Verspätung - Zwei Österreicher neben deutschen und niederländischen Soldaten

Potsdam/Kabul - Mit zweitägiger Verspätung ist ein erster Teil des deutschen Vorauskommandos der Afghanistan-Schutztruppe im Einsatzgebiet gelandet. An Bord waren auch zwei österreichische Verbindungsoffiziere. Sie sollen Sondierungen für den Einsatz der Bundesheer-Soldaten im Rahmen der UNO-Schutztruppe durchführen. Wie ein britischer Armee-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in Kabul mitteilte, landete das erste von zwei Flugzeugen am Morgen auf dem Flughafen Bagram bei Kabul. Die zweite niederländische Herkules-Maschine werde in Kürze erwartet. Das Vorauskommando umfasst insgesamt 70 deutsche und 30 niederländische Soldaten.

Die Österreicher sollen gemeinsam mit Soldaten aus den Niederlanden und Dänemark dem deutschen Kontingent angehören. Etwa 60 Soldaten des österreichischen Bundesheeres sollen zunächst für sechs Monate in der Region tätig sein. Das Hauptkontingent der Österreicher wird nach Angaben von Verteidigungsminister Herbert Scheibner (F) voraussichtlich Anfang Februar nach Afghanistan verlegt, der Einsatz werde für sechs Monate rund 4,5 Millionen Euro kosten. Für den Afghanistan-Einsatz ausgewählt wurden Angehörige des "Zentrum Jagdkampf" und des Jägerbataillons 25. Die UNO-Schutztruppe unter zunächst britischer Führung umfasst insgesamt 4.500 Mann.

Soldaten bleiben zunächst in Bagram

Wie der Sprecher des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam, Karl Henning Kröger, mitteilte, sollen die Soldaten zunächst in Bagram bleiben, um nachfolgende Transportmaschinen zu entladen. Noch am Freitagvormittag würden zwei gecharterte Antonow- Transportmaschinen mit Ausrüstung und Fahrzeugen aus Baku erwartet.

Erst einmal müsse die komplette Ausrüstung entladen, ausgepackt und in Betrieb genommen werden, sagte Kröger. Später werde der deutsche Trupp in einem leergeräumten Lagerhaus bei Kabul untergebracht.

Die Soldaten waren am späten Donnerstagabend aus der Türkei in Richtung Afghanistan gestartet. Der Abflug vom Flughafen Trabzon war bis zuletzt ungewiss gewesen, nachdem Schneestürme in der Türkei und schlechtes Wetter am Zielort den Zwischenstopp immer wieder außerplanmäßig verlängert hatten.

Insgesamt wird Deutschland mit voraussichtlich 800 bis 1000 Soldaten nach Großbritannien den größten Teil der 4500 Mann starken Sicherheitstruppe unter UNO-Mandat stellen. Die Soldaten werden in beheizten Zelten untergebracht. "Es wird zunächst ein spartanisches Leben für die Soldaten werden", sagte der Leiter des Kommandos, Brigadegeneral Claus Hubertus von Butler, vor der Reise nach Bagram. (APA/dpa)

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