Musharraf gründet Komitee zur Befreiung von Kaschmir

9. Jänner 2002, 21:25
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Indien warnt Pakistan erneut vor militärischer Konfrontation

Islamabad - Inmitten des Kaschmir-Konflikts mit Indien hat der pakistanische Präsident Pervez Musharraf ein Komitee für die Befreiung der umstrittenen Himalaja-Region gegründet. Unter Leitung des früheren kaschmirischen Politikers Sardar Abdul Qayyum solle das Gremium die internationale Gemeinschaft für die Lösung des jahrzehntelangen Konflikts gewinnen, teilte die Regierung am Mittwoch in Islamabad mit.

Aufgabe des Komitees solle es sein, die internationale Unterstützung für den kaschmirischen "Freiheitskampf" zu sichern und auf "die massiven Menschenrechtsverletzungen" im indischen Teil Kaschmirs hinzuweisen. In den kommenden Tagen will Musharraf nach Regierungsangaben eine Grundsatzrede zur Lage der Nation sowie über religiös motivierte Gewalt und Extremismus halten.

Um die zwischen Indien und Pakistan geteilte Kaschmirregion haben die beiden Atommächte bereits zwei Kriege geführt. Seit dem Anschlag auf das indische Parlament Mitte Dezember mit 14 Toten erhöhte sich die Kriegsgefahr erneut. Indien beschuldigt Pakistan, den Kampf moslemischer Rebellen in Kaschmir zu unterstützen und die Attentäter des Anschlags zu decken. Der indische Verteidigungsminister George Fernandes drohte der pakistanischen Regierung am Mittwoch erneut mit "starken Maßnahmen", sollte sie nicht entschlossen gegen islamische Extremisten vorgehen. Die indischen Streitkräfte seien "auf jede Herausforderung" vorbereitet. (APA)

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