Höheres Krebsrisiko für Asthmakranke

9. Jänner 2002, 19:53
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Riesenstudie zeigt mehr Lungenkarzinom-Fälle

Stockholm/Uppsala/Lyon - Das hat den Betroffenen gerade noch gefehlt: Asthma- patienten sind nicht nur durch ihre chronische Erkrankung bedroht, sie haben auch ein stark erhöhtes Lungenkrebsrisiko. Das haben jetzt schwedische Wissenschafter in einer Mammut-Studie mit fast 100.000 Teilnehmern und einer Dauer von rund 30 Jahren unter Beteiligung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bewiesen.

Ihr Rat: Jede zusätzliche Schädigung der Lunge, ganz besonders aber das Rauchen, muss unbedingt vermieden werden. In Österreich sind sechs Prozent Menschen oder rund 500.000 Menschen von Asthma betroffen.

"Wir wissen nicht ganz genau, ob das Asthma selbst die Lungenkarzinom-Gefährdung verursacht. Aber es könnte einen gemeinsamen Mechanismus geben, der beide Erkrankungen, Asthma und Lungenkrebs, verursacht: eine chronische Entzündung, die zur Freisetzung freier Sauerstoff-Radikale (in den Bronchien, Anmerkung) führt", erklärte Paolo Boffetta von der Abteilung für Umwelt und Krebs-Epidemiologie an der Internationalen Krebsforschungsagentur in Lyon.

Frauen gefährdeter

Die schwedische Studie wurde jetzt in der Jänner-Ausgabe des European Respiratory Journal veröffentlicht. In dem skandinavischen Land wurden insgesamt knapp 93.000 Asthmapatienten zwischen 1965 und 1994 im Durchschnitt mindestens 8,5 Jahre beobachtet. Die Häufigkeit von Lungenkrebs unter ihnen wurde mit jener in der Allgemeinbevölkerung verglichen.

Die Hauptergebnisse der Untersuchung, die unter Federführung der Universitäten in Uppsala und Stockholm erstellt wurde:

+ Im Vergleich zu Nichtasthmatikern hatten die chronisch Lungenkranken auch noch ein um 58 Prozent höheres Lungenkarzinom-Risiko.

+ Besonders schlecht schnitten Asthmatikerinnen ab: Ihr Lungenkrebsrisiko ist um 78 Prozent höher, das der Männer um 51 Prozent. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10. 1. 2002)

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