Der Wintertagtraum ein Urlaubsleben

9. Jänner 2002, 19:55
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"Der Österreicher verzichtet nicht auf seinen Urlaub"

Die Wiener Ferienmesse und das Partnerland Rumänien: "Der Kutscher kennt den Weg" Wien - Der Muskelkater vom ungewohnten Wedeln (oder was immer diese Bewegungen auf der Piste darstellen sollten) sind abgeklungen, die in der Hütte servierten Bernerwürstel mit Pommes, die Germknödel mit Vanillesauce verdaut. Nur der eine oder andere blaue Fleck erinnert noch an die Remplereien in der Lift-Warteschlange. Und dann sitzt man wieder im Büro und hat Zeit zum Träumen. Oder nimmt sie sich einfach - die Urlaubstraumzeit.

Was da heutzutage herbei geträumt wird, ist einerseits bescheidener: Im ersehnten Sommer hält es den Durchschnitts-Touristen gar nur noch 4,1 Tage an einem Urlaubsort. Im Durchschnitts-Sommerurlaub des Jahres 1981 waren es noch 6,2 Tage, weiß Michael Stift, Geschäftsführer der Reed Messe Wien, der am Mittwoch die Ferien-Messe 2002 präsentierte.

Andererseits darf der Euro rollen: Zu zwei Dritteln nächtigt Österreichs Touristenschnitt in Hotels - zu 28 Prozent in 4- und 5-Sternhotels. Ein Alptraum für die österreichischen Privatquartiere: Deren Anteil ist in den vergangenen 25 Jahren von 35,8 auf 18,4 Prozent abgesackt. Einzig der Urlaub am Bauernhof konnte um 4,6 Prozent zulegen. Im Schnitt gibt der Sommergast übrigens 73 Euro (1004.5 Schilling) aus, um sich seine Urlaubsträume zu verwirklichen. Der Wintergast legt, wie uns noch schmerzlich in Erinnerung ist, liftkartenbedingt etwas mehr ab.

Auch lassen sich die Urlauber nicht nachhaltig aus den Träumen reißen: "Acht, neun Wochen nach dem 11. September hat sich die Situation wieder beruhigt - außer was die USA betrifft", bilanziert Rudolf Kadanka, Sprecher der Travelstar Reisebüro GmbH. "Der Österreicher verzichtet nicht auf seinen Urlaub. Nur gebucht wird vielleicht etwas kurzfristiger."

Und die Traumziele? Mehr und mehr ist dies - Rumänien. Versichert und zumindest Simion Giurca, Direktor vom Rumänischen Touristenamt. "Im Vorjahr besuchten 75.000 Österreicher das Karpatenland", berichtet er - "damit ist Österreich auf Platz Eins bei den Herkunftsländern in Rumänien". Heuer solle die 80.000er-Grenze durchbrochen werden und dafür wird das diesjährige "Partnerland" bei der Ferien-Messe kräftig werben: Auf einem Stand mit Weinverkostung, im rumänischen Restaurant, mit der Folkloregruppe "Fratii Sicuta", der Modern-Ethno-Dance-Gruppe "Hora" sowie in einer Dracula-Bar. Und "der Kutscher kennt den Weg", wie es in einschlägigen Karpaten-Gruselfilmen heißt.

Zum Thema Reisen und Sicherheit wird es einen besonderen Schwerpunkt bei der heurigen Ferien-Messe geben: Einen "Überblick über Kontrollen am Boden und Sicherheit im Flugverkehr", kündigt Flughafen-Direktor Gerhard Schmid an. (frei(DER STANDARD, Print, 10.1.2002)

Ferien-Messe 2002 17. bis 20. Jänner

ferien.co.at

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