USA bestehen auf Auslieferung gefangener Taliban-Kämpfer

10. Jänner 2002, 16:16
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Streit mit afghanischer Interimsregierung

Washington/Kabul - Die USA und die afghanische Übergangsregierung streiten um die Überstellung von ehemaligen Führungsmitgliedern der Taliban. Die US-Regierung besteht darauf, dass alle Gefangenen sofort den amerikanischen Truppen übergeben werden. Die Regierung in Kabul verteidigte dagegen am Donnerstag die Entscheidung, sieben ranghohe Taliban-Mitglieder freizulassen.

Der Sprecher des amerikanischen Außenministeriums, Richard Boucher, erklärte am Mittwoch, alle Führungsmitglieder der Taliban sollten den USA übergeben werden. "Wir hatten das auch bei diesen Personen erwartet", sagte er zur Freilassung der Männer. Sein afghanischer Kollege Omar Samad erklärte, die Regierung allein entscheide, ob die Gefangenen Kriegsverbrechen begangen hätten. Der Beschluss zur Freilassung der Männer sei angemessen. Bisher gebe es keine Aufforderung der USA, die sieben Personen zu überstellen.

Ob die afghanische Interimsregierung einer entsprechenden Aufforderung nachkommen würde, wollte Samad nicht sagen. Unter den Freigelassenen befinden sich offenbar der ehemalige Justizminister der Taliban, Nooruddin Turabi, und der ehemalige Verteidigungsminister Obaidullah. Alle sieben wurden in Kandahar freigelassen, nachdem sie sich ergeben und die neue Regierung in Kabul anerkannt hatten, wie ein Vertrauter von Gouverneur Gul Agha erklärte. (APA/AP)

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