NÖ: Säugling in Scheibbs wurde getötet

9. Jänner 2002, 17:29
2 Postings

Nach Obduktion natürlicher Tod ausgeschlossen

Scheibbs - Der in Reinsberg im Bezirk Scheibbs in einer Scheune entdeckte Säugling ist getötet worden. Für die NÖ Kriminalisten besteht nach der am Dienstag durchgeführten Obduktion der Leiche kein Zweifel mehr. Das kleine Mädchen ist weder erfroren und war auch keine Totgeburt. Deutliche Spuren am Körper würden daraufhin weisen, dass das Neugeborene durch Gewalteinwirkung gestorben ist.

Tod durch Ersticken

Das Kind, das mit einer blutdurchtränkten Jacke zugedeckt am Dachboden einer Scheune am Samstagabend gefunden wurde, erlitt einen Erstickungstod, dem ein Schädelbruch vorausgegangen sein dürfte. Die 23-jährige Frau hatte die Schwangerschaft verheimlicht und das Kind vermutlich allein zur Welt gebracht.

Die Frau, für die nach der Geburt akute Lebensgefahr bestand, konnte zum Tod ihres Kindes noch nicht einvernommen werden. Sie wurde auf gerichtliche Anordnung in die Landesnervenklinik (LNK) Mauer eingewiesen.

Psychischer Ausnahmezustand

Die Umstände der Tat werden nun vom Gericht untersucht. Im Fall einer Anklage muss sich die Frau wegen Tötung ihres Kindes bei der Geburt verantworten. Eine Blutspur, die sich durch den in sehr einfachen Verhältnissen bewohnten Hof zog, führte den ahnungslosen Lebensgefährten der Frau zu dem toten Kind.

Die Geburt dürfte Stunden zuvor statt gefunden haben, als er nicht zu Hause war. Die Frau hatte ihrem Freund erklärt, dass die Blutspur von starken Menstruationsblutungen herrührt. Der Vorfall ist laut Kriminalabteilung NÖ auf den psychischen Ausnahmezustand von gebärenden Müttern nach der Entbindung zurückzuführen. (APA)

Share if you care.