Zeitungsbericht: Deutsche Telekom erwartet Verluste bis 2004

9. Jänner 2002, 14:58
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Unternehmen: Kein Kommentar

Die Deutsche Telekom wird laut einem Magazinbericht mindestens bis zum Geschäftsjahr 2004 weiterhin deutliche Verluste schreiben. Nach einer internen Telekom-Prognose werde das Defizit 2002 vor Sondereinnahmen bei 7 Mrd. Euro (96,3 Mrd. S) liegen. Auch für die beiden kommenden Jahre gehe das Unternehmen von Milliardenverlusten aus: So werde dem internen Papier zufolge vor außerordentlichen Erträgen für 2003 ein Minus von fünf Mrd. Euro erwartet und für 2004 ein Verlust von drei Mrd. Euro, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Capital" am Mittwoch im voraus aus seiner neuen Ausgabe.

Ausnahmsweise

Unter dem Strich steht im laufenden Jahr ausnahmsweise noch ein Gewinn von 2,1 Mrd. Euro, wie "Capital" weiter aus der Telekom-Prognose zitierte. Grund seien die Einnahmen aus dem Verkauf der Kabelnetze und dem geplanten Börsengang der Mobilfunk-Tochter T-Mobile, durch die sich die Telekom insgesamt 9,1 Mrd. Euro erhoffe. Für die kommenden Jahre sind laut "Capital" jedoch keine Sondereinnahmen in dieser Größenordnung zu erwarten, so dass 2003 und 2004 auch insgesamt hohe Verluste anfallen würden.

Auch der Schuldenabbau kommt dem Magazin zufolge nur schleppend voran. So erwarte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick Ende 2004 noch immer eine Nettoverschuldung von 49 Mrd. Euro und damit nur eine Mrd. Euro weniger als für Ende dieses Jahres erwartet werde. Um bei den Schulden schneller voranzukommen, zögen Aufsichtsratsvertreter eine Kürzung oder vollkommene Streichung der Dividende für die T-Aktionäre in Betracht, die zuletzt bei 62 Cent pro Anteilsschein gelegen hatte. Ein kompletter Ausfall der Dividendenzahlung würde dem Unternehmen laut "Capital" 2,6 Mrd. Euro pro Jahr sparen.

Mehr Umsatz

Die Deutsche Telekom wollte am Mittwoch keine Prognose für das erwartete Nettoergebnis in den kommenden Geschäftsjahren abgeben. Ein Sprecher der Telekom bekräftigte in Bonn lediglich die Prognosen, wonach das Ebitda (Ergebnis vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisationen) 2004 auf rund 21 Mrd. Euro nach rund 15 Mrd. Euro im abgelaufenen Jahr steigen soll. Der Umsatz werde im gleichen Zeitraum auf 70 von zuletzt 49 Mrd. Euro klettern. Der Schuldenabbau auf 50 Mrd. Euro Ende 2002 werde unverändert fortgesetzt.

Eine Prognose für die weitere Entwicklung der Verschuldung wollte der Sprecher nicht geben. Auch einen Kommentar zu einem möglichen Dividendenausfall lehnte er unter Verweis auf noch nicht getroffene Gremienentscheidungen ab. Es handle sich um Spekulationen, sagte er.(APA/Reuters)

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