Dänische Regierung will zweites Euro-Referendum "nicht ausschließen"

10. Jänner 2002, 16:01
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Beobachter bewerteten Aussagen aber zurückhaltend

Kopenhagen - Die neue Regierung in Dänemark hat erstmals öffentlich eine baldige zweite Euro-Volksabstimmung in Erwägung gezogen. Außenminister Per Stig Möller sagte in einem Interview der Zeitung "Berlingske Tidende" (Mittwochausgabe) auf die Frage, ob er sich ein neues Referendum vor entsprechenden Volksabstimmungen in Großbritannien und Schweden vorstellen könne: "Das kann man nicht ausschließen, denn deren Abstimmungen werden ja, wie ich glaube, erst Ende 2003 oder 2004 stattfinden."

Bei der ersten Volksabstimmung im September 2000 über Dänemarks Euro-Beitritt hatte eine Mehrheit von 53,2 zu 46,8 Prozent dagegen entschieden. Schwedens Ministerpräsident Göran Persson erklärte Anfang der Woche in Stockholm, er rechne mit einem Referendum in seinem Land Anfang 2003. Der britische Premierminister Tony Blair hat sich noch nicht öffentlich über einen Termin für die Euro-Volksabstimmung geäußert.

Politische Beobachter in Kopenhagen bewerteten die Äußerung des Außenministers zurückhaltend, weil die Regierung des im Dezember ins Amt gekommenen rechtsliberalen Regierungschefs Anders Fogh Rasmussen sich sonst betont zurückhaltend zum Thema Euro äußert. Rasmussen selbst erwähnte den Start der gemeinsamen EU-Währung in den 12 Partnerländern in seiner Neujahrsansprache mit keinem Wort. (APA/dpa)

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