Bye, Bye "Fantsticks" - nach 42 Jahren

14. Jänner 2002, 20:46
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Und mit dem ältesten Musical verabschiedete sich auch das New Yorker "Sullivan Street Playhouse"

New York - Amerikas ältestes Musical, "The Fantasticks", hat sich am Sonntagabend nach 17.162 Vorstellungen in New York verabschiedet. Das von Harvey Schmidt geschriebene und Tom Jones vertonte Stück spielte knapp 42 Jahre im intimen "Sullivan Street Playhouse" fernab vom Theaterdistrikt am Broadway. Weltweit gibt es nur ein anderes Theaterstück, Agatha Christie's Krimi "The Mousetrap" in London, das länger auf einer Bühne gespielt hat als "The Fantasticks" - fast 50 Jahre.

Produzent Lore Noto war es im Laufe der Jahre gelungen, Murray Abraham, Kristin Chenoweth, Kevin Kline, Liza Minelli, Elliott Gould und Richard Chamberlain für Rollen in der simplen, aber herzerwärmenden Liebesgeschichte zu gewinnen. Als zeitlos, fantasievoll, aber äußerst spartanisch mit Kulisse und Kostümen gilt das Musical, eine zarte Romanze über zwei Nachbarskinder und ihre Väter, die eine hohe Mauer bauen, um den Reiz (des Verbotenen) zu erhöhen.

Von den bekanntesten Songs des Musicals, "Try to Remember" und "Soon It's Gonna Rain", gibt es Aufnahmen unter anderem mit Barbra Streisand, Tony Bennett und Harry Belafonte.

Außer auf der kleinen Bühne im New Yorker Greenwich Village wurden "Die Fantasticks" allein in den USA in 12.000 verschiedenen Produktionen aufgeführt. Weitere 700 Produktionen liefen in 67 Ländern Europas, Südamerikas und Asiens. Auch in Deutschland war das Werk schon zu sehen, unter anderem von 1991 bis 1992 in "Das Ei", der Kleinen Bühne im Berliner Friedrichspalast.

Nach den Terroranschlägen vom 11. September blieben - wie am Broadway - auch im "Sullivan Street Playhouses" die Zuschauer aus. Als dann das Ende der Show beschlossen und bekannt gegeben wurde, verkauften sich die letzten Vorstellungen im Handumdrehen. Der Besitzer des kleinen Theaterhauses will den Bau wahrscheinlich abreißen.

Erst im September 2000 kamen "The Fantasticks" unter anderem auch durch den persönlichen Einfluss von Francis Ford Coppola auf die Leinwand - mit Jean Louisa Kelly als "Das Mädchen", Oscar-Gewinner Joel Grey ("Cabaret") und Brad Sullivan ("Prince of Tides") als Väter sowie Je McIntyre als "Der Junge". (APA/dpa)

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