Euro lässt heimische Online-Banking-Server lahmen

9. Jänner 2002, 14:05
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Kapazitätsengpässe bei der Kontoverwaltung via Internet

Mit längeren Verzögerungen im Zuge der Euro-Umstellung mussten Österreichs Bankkunden in den vergangenen Tagen beim Online-Banking rechnen. Sowohl bei der Bank Austria als auch bei der BAWAG/P.S.K.-Gruppe und Erste Bank wird seit Jahresbeginn von zeitweisen Kapazitätsengpässe bei der Kontoverwaltung via Internet berichtet.

Überdurchschnittlich

Der Internetverantwortliche der BAWAG/P.S.K., Robert Krickl, spricht von einem überdurchschnittlich hohen Andrang in den ersten Tagen des Jahres. Bis zu 1.000 Leute hätten am 2. Jänner in der Sekunde gleichzeitig via Internet auf ihr Konto zugreifen wollen - für 500 war das System gerüstet, sagte Krickl zur APA.

Laut Angaben des Internetverantwortlichen wollten viele kontrollieren, ob ihr Konto bereits au den Euro umgestellt wurde. Ein Bank Austria-Sprecher berichtet außerdem, dass viele Kunden sich in den vergangenen Tagen auch die kompletten Buchungszahlen des Jahres 2001 aus dem Internet geholt hätten. Dies habe das System zusätzlich belastet.

Speed kills

Auch Mitarbeiter der Erste Bank berichten von vorübergehenden Geschwindigkeitsproblemen, wobei dies bei der Erste Bank offiziell nicht bestätigt wird: Man habe die Kapazitäten rechtzeitig ausgeweitet, so Sprecher Michael Mauritz.

Zu befürchteten Buchungsfehlern im Zuge der Währungsumstellung ist laut Angaben aller drei Banken nicht gekommen. Alle Banken haben ihre Homepages um den Jahreswechsel für die Jahresabrechnung abgestellt und sich dabei ihren Internetzugang auch auf die neue Währung vorbereitet.

Auch zu Problemen mit Homebanking-Programmen, wie sie in Deutschland erwartet wurden, ist es in Österreich nicht gekommen. Von diesen Buchhaltungsprogrammen, über die nicht nur Kontoabfragen, sondern auch Überweisungen getätigt werden können, wird hierzulande seit Jahresbeginn nur noch das Euro-fähige Programm Microsoft Money 2000 unterstützt - und das nur noch von der BAWAG/P.S.K. Die Bank Austria hat ihren Support für diese Programme mit Jahreswechsel eingestellt. Die Erste Bank stellt für ihre Privatkunden seit Ende 2000 eine eigene Software zur Verfügung, für die rechtezeitig Euro-Updates ausgesendet wurden. (APA)

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