"Torschütze des Jahres" mit 80 Jahren

10. Jänner 2002, 16:16
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Fußball-Opa Kurt Meyer ließ bei der ARD-Wahl zum schönsten Tor alle Jungen hinter sich

Recklinghausen - Fußball-Opa Kurt Meyer hat die Stars der deutschen Bundesliga bei der ARD-Wahl zum "Tor des Jahres" 2001 ins Abseits gestellt. Mit 20,9 Prozent der Stimmen gewann der 80-jährige Kicker deutlich vor den Profis Roy Präger (Hamburger SV/16,8 Prozent) und Marcin Mieciel (Gladbach/10,0). Auch Nationalspieler wie Michael Ballack, Claudio Pizzaro oder Marcio Amoroso hatten gegen den rüstigen Rentner aus der Altherren-Mannschaft des Provinzklubs Blau-Weiß Post Recklinghausen keine Chance.

"Ich habe erst gebetet, dass es klappt, und dann vor Freude geweint. Mit 80 Jahren so etwas zu erleben, ist doch toll", freute sich Kurt Meyer, der am 27. Jänner 81 Jahre alt wird.

Wahrscheinlich ältester Aktiver

Der wahrscheinlich älteste aktive Fußballspieler Deutschlands war vor fast genau einem Jahr zu spätem Ruhm gekommen. In einer anlässlich seines 80. Geburtstages veranstalteten Partie gegen den FC Hillerheide (2:2) hatte Meyer in der 38. Minute mit einem Schuss aus 16 Metern in den Winkel die Zuschauer und ein anwesendes TV-Team begeistert. Sein Kunststoß wurde zum "Tor des Monats" im Jänner 2001 gewählt, womit er automatisch auch zum Kandidatenkreis für das "Tor des Jahres" gehörte.

Die späte Popularität bescherte dem betagten Kurt Meyer Freude, aber auch viel ungewohnte Aufregung. "Es war ziemlich stressig. Ich habe seitdem 20 Kilogramm abgenommen", berichtet er. Seit dem Tor seines Lebens ist er ein gefragter Studiogast bei vielen Fernsehsendern gewesen, sei es bei der ARD-Sportgala, SternTV oder dem Jahresrückblick von RTL. Außerdem war Meyer Ehrengast der UEFA beim Supercupfinale zwischen Bayern München und Liverpool im August in Monte Carlo.

"Mein Freund ist extra aus Finnland gekommen, um mich im Auto nach Monaco zu bringen", erzählte er. Trotz mancher Last gefällt ihm die Prominenz jedoch. "Mich erkennen die Leute fast überall, ob in Monaco, im Urlaub auf Fehmarn oder in meiner Stadt. Mir macht das nichts aus - nur meine Frau stört es", so Kurt Meyer.

Doch abgesehen von TV-Auftritten und Interviews bleibt seine liebste Beschäftigung das Fußball spielen. "Ich trainiere immer noch zwei Mal die Woche. Ohne den Ball könnte ich nicht leben", sagt Kurt Meyer, der in 70 Jahren nur ein Mal verletzt war und auch mit 100 Jahren noch kicken will, "wenn der liebe Gott es zulässt". In dieser Woche musste er jedoch wegen einer Erkältung pausieren. (APA/dpa)

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