US-Raketenabwehr: Kein Prozess gegen Greenpeace- Aktivisten

9. Jänner 2002, 07:09
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Demonstranten hatten in Kalifornien gegen Tests protestiert

Los Angeles - 15 Greenpeace-Aktivisten, darunter zwei Deutsche, die auf dem südkalifornischen Luftwaffen-Stützpunkt Vandenberg gegen US-Raketentests protestiert hatten, bleibt ein Prozess in den USA erspart. Nach Angaben der Greenpeace-Sprecherin Sara Holden haben sich die US-Staatsanwaltschaft und die Anwälte der Aktivisten am Dienstag (Ortszeit) in Los Angeles außergerichtlich geeinigt.

Die 15 Demonstranten und zwei Journalisten waren im Sommer wegen Verletzung einer militärischen Sperrzone angeklagt worden. Bei einer Verurteilung drohten ihnen bis zu elf Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar (280.741 Euro/3,86 Mill. S). Im Austausch für eine geringere Strafe bekannten sich die Aktivisten am Dienstag schuldig, ein Sperrgebiet ohne Erlaubnis betreten zu haben. Dieses Vergehen kann mit höchstens sechs Monaten Haft geahndet werden. Greenpeace hofft, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Das Strafmaß soll am 18. Jänner in Los Angeles bekannt gegeben werden.

Der deutsche Greenpeace-Angehörige Tom Knappe (33) aus Dresden war am Dienstag vor Gericht erschienen. Der Hamburger Matthias Pendzialek (34) konnte an dem Verfahren aus Gesundheitsgründen nicht teilnehmen. Holden zufolge werde er zur Zeit in einem Krankenhaus in Deutschland behandelt. Mit Schlauchbooten waren die Greenpeace-Anhänger am 14. Juli in ein Sperrgebiet des Luftwaffen-Stützpunktes an der kalifornischen Pazifikküste eingedrungen. Nach US-Medienberichten soll sich der Raketenabschuss dadurch um 40 Minuten verzögert haben. Die Deutschen aus Hamburg und Dresden, sowie die Mitangeklagten aus Großbritannien, England Australien, Indien, Kanada, Schweden und den USA bekannten sich im Sommer vor Gericht als "nicht schuldig".(APA/dpa)

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