Sechs Tote bei Überfall auf israelischen Grenzposten

9. Jänner 2002, 14:05
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Hamas bekennt sich zu Attentat - Palästinenserführung verurteilt Angriff

Gaza/Jerusalem - Bei einem Überfall palästinensischer Selbstmordattentäter auf einen israelischen Militärposten an der Grenze zum Gaza-Streifen sind am Mittwoch vier israelische Soldaten und die beiden Angreifer getötet worden. Dies gab die israelische Militärführung offiziell bekannt.

Hamas bekennt sich zu Angriff

Zwei weitere israelische Soldaten wurden laut Militärangaben verletzt. Die beiden getöteten palästinensischen Angreifer trugen nach Angaben der Behörden Polizeiuniformen und waren mit Sturmgewehren und Handgranaten bewaffnet, als sie den Armeeposten in der Nähe der israelischen Siedlung Kerem Shalom stürmten. Laut dem arabischen Fernsehsender "Al Jazeera" bekannte sich die militante Organisation Hamas in einem Anruf zu dem Angriff.

Sharon: "Arafat unternimmt nichts gegen Terror

Die mit Maschinengewehren bewaffneten Palästinenser griffen eine Armeestellung bei dem Kibbuz Kerem Shalom auf israelischem Gebiet in Höhe der Stadt Rafah im Süden des Gaza-Streifens an. Die Männer hätten auch mehrere Granaten auf die Soldaten gefeuert.

Einem der Angreifer gelang es laut Rundfunkbericht, in den Posten vorzudringen, wo er getötet worden sei. Den anderen Mann hätten Soldaten bei der Verfolgung erschossen. Nach dem Radiobericht werteten Mitarbeiter des Büros von Regierungschef Ariel Sharon den Vorfall als "neuen Beweis" dafür, dass der palästinensische Präsident Yasser Arafat "nichts gegen den Terrorismus tut", und die Forderung Sharons nach sieben Tagen völliger Waffenruhe für die Wiederaufnahme von Verhandlungen berechtigt sei. Diese Forderung hatte der US-Nahost-Vermittler Anthony Zinni abgelehnt.

Höchste Alarmstufe angeordnet

Das israelische Sicherheitskabinett beriet über den neuen Gewaltakt. Laut Rundfunkangaben wurde nach dem "schweren Zwischenfall" für mehrere jüdische Siedlungen im Süden des Gaza-Streifens die höchste Alarmstufe angeordnet. Zuvor hatten palästinensische Sicherheitskräfte mitgeteilt, die bei dem Schusswechsel getöteten Palästinenser hätten Polizeiuniformen getragen, jedoch nicht den Sicherheitskräften angehört.

PNA kündigt "hartes Vorgehen" an

Die palästinensische Führung hat den Überfall radikaler Palästinenser auf einen israelischen Militärposten an der Grenze zum Gaza-Streifen am Mittwoch verurteilt. Sie werde "hart" gegen alle vorgehen, die gegen die von Präsident Yasser Arafat verfügte Waffenruhe verstießen, hieß es in einer in Gaza veröffentlichten Erklärung der Palästinensischen Nationalbehörde (PNA).

Die beiden getöteten Angreifer seien die Hamas-Mitglieder Imad Rizq und Mohammed Jamoos, erklärte der führende Hamas-Funktionär Khaled Mechaal auf einer Konferenz in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Die PNA hatte im Dezember sechs Hamas-Büros im Gaza-Streifen schließen lassen. Die Hamas hatte am 21. Dezember angekündigt, sie wolle vorerst auf Selbstmordattentate innerhalb Israels verzichten.

Geheimdienstinformationen zum Waffenschmuggel

In der Debatte um das von den Israelis im Roten Meer aufgebrachte Waffenschiff "Karine-A" sind unterdessen israelische Regierungsbeamte nach Europa und in die USA entsandt worden. Sie sollen den westlichen Regierungen Geheimdienstinformationen zu dem Waffenschmuggel präsentieren, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mitteilte.(APA/AP)

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