Pin Ups aus feministischem Interesse

9. Jänner 2002, 11:26
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Camera Austria zeigt Arbeiten der österreichischen Künstlerin Ulrike Lienbacher - mit Ansichtssache

Zu sehen sind Personen in sonderbaren Verrenkungen. Sie nehmen Körperhaltungen ein, die verkrampft, gekünstelt, ja - unpassend wirken. Ihre Kleidung verrät keine spezifische Geschlechtszugehörigkeit.

Posen ohne Eros mit Disziplinierung

Ulrike Lienbacher thematisiert in ihren Arbeiten den Körper und dessen Disziplinierung. Sie lässt Models in Alltagskleidern vor ihrer Kamera posieren, ihre professionellen Pin Up Haltungen einnehmen. Und damit zeigen, wie sehr "unsere alltägliche Körpersprache einem gängigen Ordnungsschema unterworfen" ist, wir unseren Körper in "einer Art der freiwilligen Selbstkontrolle organisieren".

Entdifferenzierung des Geschlechts

Ihr Projekt "10 + 10 Fotografien" hingegen zeigt scheinbare Desorganisation, der Geschlechtszuschreibung nämlich. Nackte Menschen, nur in Badehandtücher gewickelt, alle Signifikanten (Hände, Gesicht, Geschlecht) sind ausserhalb des Bildausschnittes und sollen so einen "neutralisierten Körper" zeigen, dem alles fehlt, was einen lebendigen Menschen ausmachen würde.

(e_mu)

Ansichtssache

Camera Austria
Sparkassenplatz 2
8010 Graz
MO-FR
11.00-18.00 Uhr
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