USA wollen Beweise vor Schuldzuweisung wegen Waffenschmuggels

8. Jänner 2002, 21:20
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Delegation des israelischen Geheimdienstes in Washington erwartet

Washington - Die USA weigern sich nach wie vor, israelische Anschuldigungen über eine direkte Beteiligung der Palästinensischen Autonomiebehörde an dem Waffenschmuggel zu akzeptieren.

"Wir gehen davon aus, dass die Palästinenser involviert waren", sagte der Sprecher des Außenministeriums, Richard Boucher, am Dienstag in Washington. Zu den israelischen Anschuldigungen, dass die Autonomiebehörde direkt mit dem Schmuggel von mehr als 50 Tonnen Waffen und Munition auf der "Karine-A" zu tun hatte, erwarte die US- Regierung jedoch weitere Informationen. Zu diesem Zweck werde am Mittwoch eine Delegation des israelischen Geheimdienstes in Washington erwartet.

Minister Sneh kritisierte USA

Der israelische Transportminister Efraim Sneh hatte die USA kritisiert, weil sie zögerten, die Verantwortlichen für den Waffentransport zu nennen. Die USA wollten die Bedeutung des Waffenfunds nicht anerkennen, sagte Sneh im Armeeradio.

"Wir sind tief besorgt über die Situation und die Beteiligung der Palästinenser", sagte Boucher. "Der Zwischenfall ist sehr Besorgnis erregend, weil der Waffenfund das Potenzial für eine Eskalation der Gewalt hat. Die Palästinenser müssen sofort einschreiten, um die Infrastruktur von Terrorgruppen zu zerstören. Die Autonomiebehörde muss konkrete Schritte einleiten, um weitere Versuche, Waffen zu beschaffen, zu unterbinden." (APA/dpa)

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    Ein ausländischer Militär-Attaché inspiziert einen Raketenwerfer der beschlagnahmten Schmuggelware

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