Ein Prozent der Landwirtschaftsflächen weltweit wird für Drogenanbau genutzt

8. Jänner 2002, 18:36
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Afghanistan war einst der größte Opium-Lieferant der Erde

München - Ein Prozent der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche der Erde wird zum illegalen Anbau von Drogenpflanzen verwendet. "Auf rund 400.000 Hektar weltweit wachsen Koka und Opium", sagte Sumru Noyan, Leiterin des UN-Drogenkontrollprogramms (UN-ODCP) am Dienstag in Feldafing bei München. Die Vereinten Nationen wollten 2002 und 2003 insgesamt 170 Millionen US-Dollar (191 Mill. Euro/2,63 Mrd. S) in Drogenkontrolle und Entwicklungsarbeit investieren.

Hauptlieferanten von Drogen sind sehr arme Länder wie Peru, Kolumbien, Bolivien, Laos und Vietnam. Afghanistan hatte sich vor dem Taliban-Regime laut Noyan zu einem der größten Drogenproduzenten der Welt entwickelt. Einem UN-Bericht zufolge stammten auch im Jahr 2000 etwa 70 Prozent der weltweiten Opium-Lieferungen aus Afghanistan. Um das Problem zu bekämpfen, müssten Arbeitskräfte aus dem Opium-Anbau abgezogen werden, sagte Noyan: "Die Bauern könnten zum Beispiel beim Straßenbau eingesetzt werden."

Drogenproduktion auch in Industrieländer

Laut UN-ODCP erzielen Bauern in den armen Regionen der Welt mit Drogen meist höhere Gewinne als mit dem Anbau von Kaffee oder Obst. Das durchschnittliche Jahreseinkommen eines Drogenanbauers liege immerhin zwischen 100 und 500 US-Dollar (112,3 Euro/1.545 S und 561 Euro/7.726 S). Mit Infrastrukturprojekten und Beratung will das UN-Drogenkontrollprogramm laut Noyan alternative Anbaumöglichkeiten fördern.

"Anbau und Konsum von Drogen haben sich globalisiert", sagte die Drogenbeauftragte der deutschen Bundesregierung, Marion Caspers-Merk. In Industrieländern würden mittlerweile ebenfalls Rauschmittel hergestellt. Als Beispiel nannte sie Ecstasy. Umgekehrt würden in armen Ländern Drogen sowohl produziert als auch verstärkt konsumiert. In Pakistan gebe es etwa 1,5 Millionen Heroinabhängige. Hilfsangebote sind laut Caspers-Merk nicht vorhanden, Kriminalität und Krankheiten wie Aids seien die Folge. (APA/AP)

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