Anleger wollen von EM.TV vorzeitig 400 Millionen Euro zurück

8. Jänner 2002, 16:46
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Kündigungsklage zu Wandelanleihe angekündigt

Anleger wollen den angeschlagenen Medienkonzern EM.TV auf sofortige Rückzahlung einer Wandelanleihe in Höhe von 400 Mill. Euro (5,50 Mrd. S) verklagen. Die auf Aktionärsklagen spezialisierte Kanzlei des Münchner Anwalts Klaus Rotter bestätigte am Dienstag einen entsprechenden Bericht des Wirtschaftsmagazins "Capital". Rotter wolle noch im Laufe dieses Monats neben einer Schadensersatzklage für 600 Mandanten dies als weitere Klage einreichen.

Befristeten Schuldverschreibung im Falle eines Mehrheitswechsels

Der Anwalt beruft sich dem Bericht zufolge bei der offiziell bis 2005 befristeten Schuldverschreibung auf ein außerordentliches Kündigungsrecht im Falle eines Mehrheitswechsels. Dieser Punkt sei bei EM.TV durch den Einstieg des früheren Spiegel-Managers Werner Klatten und den Einfluss der Kirch-Gruppe erfüllt. Zudem sei bei dem Unternehmen inzwischen kein einziger der früheren Vorstände mehr im Amt, fügte ein Kanzleisprecher hinzu, der von hohen Erfolgschancen der Klage sprach.

Rotter hatte im September vor dem Augsburger Landgericht erstmals für einen Kleinaktionär am Neuen Markt Schadenersatz wegen falscher Ad-hoc-Mitteilungen der Pleite gegangenen Infomatec AG erstritten. (APA)

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